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Demo in Schwedt / Ohne Diesel keine Ernte

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 29.06.2022 / 15:13 Uhr von at
12 Millionen Tonnen Rohöl werden jährlich durch die PCK Schwedt verarbeitet. 9 von 10 Autos in Berlin und Brandenburg fahren mit Kraftstoff aus der Raffinerie. Heute erlebt die Oderstadt eine der größten Kundgebungen seit der Wende. Mit circa 2000 Teilnehmern rechnen die Veranstalter. Alle eint die Sorge um die Zukunft der Stadt vor dem Hintergrund des geplanten Erdöl-Embargos gegen Russland Anfang nächsten Jahres. Beim Besuch vor knapp zwei Monaten hatte Wirtschaftsminister Habeck (Grüne) den hunderten PCK-Beschäftigten Mut gemacht. Die bangen nun um ihre Arbeit.

"Bei seinem ersten Besuch hat Habeck offene Versprechungen gemacht. Seitdem ist nicht wirklich viel erreicht worden, so nehmen es die Bürger wahr. Deshalb hat sich die Situation hier zugespitzt", sagte Hoppe. Dem Bund sei es wichtig Lösungen zu finden. "Aber es gibt noch keine Antworten. Jeder hier ist praxisnah genug, um zu wissen, dass das in einem halben Jahr nicht zu schaffen ist."

"Nun ist die Katze aus dem Sack! Von einer eindeutigen schriftlichen Garantie für die Beschäftigten im PCK Schwedt, wie die Brandenburger Landesregierung, die Gewerkschaften und die Linksfraktion es fordern, ist nichts zu vernehmen.", so Christian Görke (LInke), MdB. "Im Wirtschaftsministerium von Herr Habeck weiß scheinbar die linke Hand nicht was die rechte Hand tut. Der parlamentarische Staatssekretär Kellner spielt sich vor Ort als der große Retter auf, aber aus dem Bund kommt außer Absichtsbekundungen und Träumereien nichts konkretes. Die heutige Großdemonstration in Schwedt zeigt, wie tief die Verunsicherung und der Frust in der Region sitzt. Mit ihrer Herumdruckserei gießt die Bundesregierung weiter Öl ins Feuer. Es müssen jetzt endlich Nägel mit Köpfen für die Beschäftigten und die gesamte Region gemacht werden! Angesichts des einseitigen Ölembargos ab November, braucht es einen Garantieplan für Schwedt mit einer verbindlichen Beschäftigungsgarantie." 

Die EU hatte ein Importverbot für per Tanker eingeführtes russisches Öl beschlossen, Importe per Pipeline bleiben auf Drängen Ungarns erlaubt. Die Erdölleitung „Freundschaft“ könnte so weiter arbeiten, Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) will aber über die EU-Sanktionen hinaus freiwillig dieses Öl boykottieren.

Sorge hat auch die Landwirtschaft. Die benötigt eine sichere Versorgung mit Kraftstoff und Dünger. "Lücken bei der Ölanlieferung hätten damit nicht nur schwerwiegende Folgen für Schwedt und die in der Raffinerie Beschäftigten, sondern auch für die gesamte Region Berlin/Brandenburg und die Landwirtschaft.", so Bauernpräsident Wendorff. Deswegen sei es notwendig, den vollen Betrieb der Raffinerie aufrechtzuerhalten und gleichzeitig einen Umbau voranzubringen, der langfristig die Abkehr von fossiler Energie beinhaltet. Eine Störung oder Einschränkung der Produktion im PCK hätte drastische Folgen, auch für die Landwirtschaft, die ebenfalls auf Energie und Diesel aus Schwedt angewiesen ist. „Die Kraftstoffversorgung während der Ernte und die dann bald folgenden Feldarbeiten wie Bodenbearbeitung und Aussaat muss unbedingt gesichert werden, da sonst die Versorgung mit brandenburger Agrarprodukten ins Stocken gerät“, sagt Wendorff. "Ohne Diesel keine Ernte."

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cj
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Kommentare

  •  
    Wirtschaft wird an die Wand gefahren schrieb um 21:24 Uhr am 29.06.2022:
    Wer kann denn ausschließen, dass der Grüne Bundesklimaminister Habeck zwar nach außen vieles tut, um die dort betroffene Bevölkerung ruhig und gedrückt zu halten, aber aufgrund der erzwungen- geänderten, viel teureren späteren Beschaffungen die Kraftstoffproduktion wegen Unwirtschaftlichkeit eingestellt werden muss?
    Da kann ich mir lebhaft die Krokodilstränen der Verursacher vorstellen, die sich dafür dann insgeheim im Hinterzimmer ins Fäustchen lachen.
    Nicht umsonst hat der grüne Bundes- Wirtschaftsstaatssekretär Kellner öffentlich verlautbart, dass es Raffinerie - Überkapazitäten gibt!

    Und Dünger kann man preiswert von Belarus beziehen, man darf sich nur nicht von einer bisher nie vom Deutschen Volk legitimierten sog. „EU- Kommission“, die sich anmaßt, EU- Sanktionen gegen Belarus erlassen zu dürfen, beirren lassen.