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Wieder Ärger auf Schienen: GDL ruft erneut zum Streik auf! / DB-Personalvorstand nennt Streik "stur und egoistisch"

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 04.03.2024 / 15:01 Uhr von hvf
Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat die Verhandlungen mit der Deutschen Bahn (DB) vorzeitig beendet und kündigt erneute Streiks an. Nach vier Wochen erfolgloser Verhandlungen hat die GDL die Gespräche mit der Deutschen Bahn abgebrochen. Grund dafür: Die DB zeigte keinen Einigungswillen und machte keine substanziellen Zugeständnisse, so heißt es zumindest vonseiten der GDL. Diese kritisiert, dass die Arbeitgeberseite nicht bereit war, gute Kompromisse zu finden. Die GDL ruft in diesem Zuge zu einem Streik vom 7. März, 2 Uhr, bis 8. März 13 Uhr, auf und weist darauf hin, dass weitere Streiks folgen könnten.

Die GDL warnt ausdrücklich davor, dass bei den kommenden Streikaktionen voraussichtlich kein Notfallfahrplan eingehalten werden kann, was zu weiteren Verspätungen im Bahnverkehr führen wird. "Diese neue Eskalationsstufe hat der Bahnvorstand zu verantworten und nicht die GDL oder ihre Mitglieder," so der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky. "Der Bahnvorstand schert sich nicht um die berechtigten Interessen der Eisenbahner und hat damit selbst die Verhandlungen bestreikt, sodass auch keine Lösung zustande kommen konnte."

Besonders betont wird die Forderung nach einer 35-Stunden-Woche, die der Bahnvorstand bisher nicht akzeptiert hat. Während die GDL bereits mit 28 anderen Eisenbahnunternehmen Einigungsvorschläge erfolgreich abschließen konnte, bleibt die DB weiterhin unnachgiebig.

Ein Streik im Güterverkehr ist für Mittwoch, 6. März, 18 Uhr geplant und wird bis Freitag, 8. März, 5 Uhr dauern. Über weitere Streiks wird die GDL vorerst keine Informationen herausgeben. Die Gewerkschaft macht jedoch darauf aufmerksam, dass sie bei zukünftigen Streiks nicht mehr garantieren kann, die Reisenden rechtzeitig zu informieren.

Die GDL kritisiert das Verhalten des Bahnvorstands und betont, dass die Eisenbahnberufe durch die mangelnde Bereitschaft zur Einigung unattraktiv gemacht werden. Es wird erwartet, dass die Streiks auch zu einem verstärkten Wechsel von Mitarbeitern zu anderen Arbeitgebern führen könnten.

Bereits Ende Januar sei die GDL mit den an die Deutsche Bahn übersendeten Einigungsvorschlägen weit von ihren Forderungen abgerückt. "Es ist die GDL, die in dieser Tarifrunde bereits umfangreiche Zugeständnisse gemacht hat und es ist der Bahnvorstand, der sich keinen Millimeter bewegt und die GDL-Mitglieder in weitere Streiks treibt," so Weselsky, "Inzwischen haben wir mit 28 Eisenbahnunternehmen die Inhalte unserer Einigungsvorschläge abgeschlossen. Unsere Mitglieder bei der Deutschen Bahn fragen sich zu Recht: Warum geht es hier nicht, wenn es überall geht?."

Einigungsvorschlag der GDL und Abschluss mit 28 Unternehmen im Überblick:
  • 420 Euro Entgelterhöhung (die ersten sechs Monate ohne Entgelterhöhung)
  • Schrittweise Einführung der 35-Stunden-Woche bis 2028 mit Lohnausgleich für Schichtarbeiter mit Wahlrecht des Arbeitnehmers
  • Grundsätzliche Fünf-Tage-Woche
  • Tarifverträge für alle Berufsgruppen
  • Laufzeit von 24 Monaten


Auf der Plattform "X" äußert sich die Deutsche Bahn AG übrigens so zu der Situation: "#GDLStreik angekündigt: Im Personenverkehr soll der #Streik von Do, 7.3., 2 Uhr bis Fr, 8.3., 13 Uhr dauern. Weil die GDL nicht ihre Maximalforderungen bekomme, streike sie wieder. Das sei stur und egoistisch, so DB-Personalvorstand Martin Seiler."

In einer eigenen Pressemitteilung der Bahn heißt es dann weiter: "Diese sogenannten Wellenstreiks sind eine blanke Zumutung für unsere Fahrgäste."
Seiler erklärt außerdem: "Wir appellieren an die GDL, zurück an den Verhandlungstisch zu kommen und Lösungen zu finden, die im Interesse aller sind: unserer Mitarbeitenden, unserer Kundinnen und Kunden und des gesamten Eisenbahnsystems. Ein gemeinsamer Konsens ist für eine Starke Schiene in Deutschland unerlässlich."

Die Fronten scheinen sich weiter zu verhärten.

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