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68,5 Millionen Euro für Fast Food zur EM erwartet - Doch was ist mit den Löhnen der Mitarbeiter?

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 07.07.2024 / 13:01 Uhr von ht
Mit der Fußball-Europameisterschaft (EM) wird in Potsdam ein erheblicher Anstieg des Fast-Food-Konsums erwartet. „Schnellrestaurants wie McDonald’s, Burger King & Co. haben jetzt Hochkonjunktur“, erklärt Sebastian Riesner von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Laut einer NGG-Umsatzberechnung gaben die Potsdamer im vergangenen Jahr rund 68,5 Millionen Euro für Fast Food aus, das sind durchschnittlich 375 Euro pro Kopf.

Der „Fußballhunger“ der Fans, sowohl auf dem Spielfeld als auch in der Halbzeitpause, wird die Fast-Food-Nachfrage während der EM weiter steigern. Riesner weist jedoch auf die niedrigen Löhne in der Systemgastronomie hin. Mit einem Stundenlohn von nur 12,61 Euro verdienen viele Servicekräfte kaum mehr als den gesetzlichen Mindestlohn von 12,41 Euro. „Ein ‚Big Mac‘-Menü kostet schon knapp 12 Euro. Wer also fürs Pizzabacken, Burgerbraten oder Geschirrabräumen in der Systemgastronomie an der untersten Lohnkante verdient, müsste fast eine Arbeitsstunde investieren, um selbst überhaupt satt zu werden, wenn er mal zu McDonald’s geht“, betont Sebastian Riesner weiter.

Die NGG fordert nun eine Erhöhung des Einstiegslohns auf 15 Euro pro Stunde sowie eine zusätzliche Vergütung von 500 Euro monatlich für erfahrene Mitarbeiter. Auch die Ausbildungsvergütungen bei großen Fast-Food-Ketten sollen angehoben werden. Die Gewerkschaft fordert 1.150 Euro im ersten Ausbildungsjahr und 1.350 Euro im dritten Jahr.

Am 16. Juli, zwei Tage nach dem Ende der EM, werden die NGG und der Bundesverband der Systemgastronomie (BdS) ihre ersten Verhandlungen über einen neuen Tarifvertrag aufnehmen. Die NGG hofft, dass die Lohnerhöhungen dazu beitragen, die Niedriglohnsituation in der Branche zu verbessern und die Arbeit attraktiver zu gestalten.

Bilder

Bildquelle: NGG / Tobias Seifert
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