Logo

"Potsdam Exklusiv" auf Meetingpoint: #38/24: 7 1/2 Brücken. Eine theatralische Reise durch die Stadtgeschichte Potsdams

Potsdam Exklusiv
  • Erstellt: 22.09.2024 / 18:01 Uhr von Potsdam Exklusiv
Am Freitag Abend feierte die Uraufführung von „7 1/2 Brücken“ im Großen Haus des Hans-Otto-Theaters Premiere. Es ist ein Stück, dass mit viel Schwung und Witz ein lebendiges Porträt der Stadt Potsdam zeigt. Autor Jan Neumann mischt historisches Wissen mit kreativem Geist zu einem schillernden Szenenmosaik, das die bewegte Stadtgeschichte in humorvollen und musikalischen Szenen widerspiegelt.

Der Einstieg in das Theaterstück ist ein geologischer: Die Havel, gespielt von Franziska Melzer, erzählt, wie Potsdam weit vor der Eiszeit am Strand lag. Und erst die Weichseleiszeit dafür sorgte, dass Potsdam auf einer Grundmoränenscholle liegt, zwischen Urstromtal und Sander, verteilt auf sieben Inseln.

So stellen sich hier schon jene Fragen, die das Stück aufspürt und witzig präsentiert: Was prägt eine Stadt eigentlich? Sind es ihre geologisch-geographische Lage, sind es die Gebäude aus den verschiedenen Zeitepochen oder ihre industriellen bzw. gewerblichen Ansiedlungen? Wie findet man dann in neueren Zeiten Kompromisse bzgl. der zukünftigen Stadtgestaltung?

Diesen Fragen spürt das flotte Spiel des Ensembles nach, in dem es viele historische Ereignisse aufzählt und sie gegenüber stellt. Geprägt wurde die Stadt letztlich durch alle Epochen, denn das eine kann es ohne das andere nicht geben: ohne König, kein Schloß, ohne Schloß keine Stadt, ohne Havel keine Insel und ohne Fische keine Fischer, ohne Günter Jauch kein Fortunaportal, ohne Fortunaportal kein Stadtschloß, das eigentlich gar kein Schloß sein will, ohne Havel keinen Aldi mit Bootsanlegestelle. So ziehen sich die Kreise.

Die Stadt sind aber auch die anderen, die, die immer unerwähnt bleiben, die vielen kleinen vergessenen Leute, denen auch eine Aufzählung gewidmet ist. Denn auch sie sind prägend für die Stadtgesellschaft.

Das Stück brilliert mit smarten Wortspielereien. So heißt es bspw. bei der Aufzählung der vielen wissenschaftlichen Einrichtungen: „Wenn man sich mal überlegt, was hier überlegt wird.“ Potsdam ist eben auch eine Stadt der Forschung.

Das Stück verwöhnt das Auge mit den vielen liebevollen Kostümen. Da ist der Maulbeerbaum und die Seidenraupe, die Angler in Karpfenkostümen, die Havel mit ihren Begleitern, den Wellen.

Das Bühnenbild präsentiert diverse Brücken, erkennbar am Stil u.a. die Glienicker Brücke oder die Lange Brücke.

Eine Premierenabonnentin zeigte sich beeindruckt: „Mit meiner Begleiterin sprach ich zu Beginn des Stückes und wir dachten beide: ‚Na, wer weiß, was das wird.‘ Aber dann: Das Tempo, der Witz, es ist einfach sehr erfrischend. Da kann man mal sehen, was in diesem Theater geht.“

Zwei Besucher aus Berlin waren ebenfalls begeistert von dem Tempo und dem Aufzeigen von geschichtlichen Gegebenheiten und fühlten sich an das Stück „Abend über Potsdam“ aus dem Jahr 2017 erinnert. „Wir finden, das Ensemble zeigt große Spielfreude“, so die beiden Berliner.

Und wie endete diese theatralisch-humorvolle Stadtführung über mehrere Jahrhunderte? Mit einem Countdown, den seinerzeit der 1890 geborene Fritz Lang zu besten Babelsberger Stummfilmzeiten erfunden hatte. Von Zehn bis Null heruntergezählt – und schon waren die neun Schauspieler quasi im Hier und Jetzt und blickten optimistisch in die Potsdamer Zukunft.

[Potsdam Exklusiv] ist dabei - bei den außergewöhnlichen Shows, den großen Bällen, wichtigen Events, am Tisch interessanter Menschen. Ab sofort gibt es davon auch regelmäßig Einblicke auf Meetingpoint Potsdam - ganz exklusiv.

Bilder

(c) Christiane Fuchs
(c) Christiane Fuchs
(c) Christiane Fuchs
(c) Christiane Fuchs
(c) Christiane Fuchs
(c) Christiane Fuchs
(c) Christiane Fuchs
(c) Thomas M. Jauk
(c) Thomas M. Jauk
(c) Thomas M. Jauk
Dieser Artikel wurde bereits 6.983 mal aufgerufen.

Werbung