Im Fokus des 7. Ostdeutschen Unternehmertages stand der Fachkräftemangel, der Ostdeutschland härter trifft als Westdeutschland. Deshalb konzentrierten sich die Vorträge und Panels auf den Erfolgsfaktor Künstliche Intelligenz, mit der es gelingen kann, die fehlenden Fachkräfte zu ersetzen und neue innovative Problemlösungen in vielen Sparten zu finden.
#KI-Beispiele Davon konnten sich die über 100 Teilnehmer ein Bild machen. So zeigten u.a. Benjamin Schmidt von Goldbeck, Marco Dölp von RG rohrgroup, Daniela Endres von People Rebellion wie man KI sinnvoll im Bauwesen, in der Rohrsanierung und in der Fluktuationsforensik einsetzen kann.
Auch Cornelia Jeschek präsentierte viele Anwendungsbeispiele der KI in Führung und Vertrieb und Dr. Sebastian Wieczorek sowie Mario Bartilla stellten in ihren Impulsvorträgen das Mantra ‚KI? Einfach machen!‘ unter Beweis.
Letztlich forderten die anwesenden Unternehmer und Unternehmerinnen aber auch mehr KI-Einsatz in der öffentlichen Verwaltung und damit verbunden eine Reduzierung der Bürokratie.
#Forderungen des ostdeutschen Mittelstandes Dr. Burkhardt Greiff, Präsident des Unternehmerverbandes Berlin-Brandenburg (UVBB) erklärte: „Wir können auch unter widrigen Bedingungen erfolgreich sein - wenn man uns denn lässt. Die Geschichte der letzten Jahre lehrt leider das Gegenteil. Allen öffentlichen Bekundungen zum Trotz ist der Ballast an bürokratischen Regelungen und wirtschaftsfremden Zusatzaufgaben ständig gewachsen. Unrealistische Ziele und konzeptionsloses Vorgehen in der ökologischen Transformation, viel zu hohe Energiepreise, Vernachlässigung der Infrastruktur und sinkende Leistungsbereitschaft junger Menschen sind nicht nur bei uns spürbar, sie lösen inzwischen sogar bei Besuchern aus dem Ausland Erstaunen aus.“
Ein Beispiel für diese wirtschaftsfremde und letztlich nutzlose Bürokratisierung in den Betrieben führte Tobias Exner, Chef der gleichnamigen Bäckerei, an: die Abwärmeerhebung! Das bedeute, so Tobias Exner, dass sein Unternehmen für die über 2000 angeschlossenen Elektrogeräte - von Backofen bis Kaffeemaschine - ein Formular zwecks Abwärme ausfüllen müsse.
#Rückkehr zum normalen Umgang mit Risiken? Dr. Benjamin Grimm, der Minister für Justiz und Digitalisierung im Land Brandenburg, versprach in dem Zusammenhang, hier einen Kulturwandel in der Verwaltung herbeiführen zu wollen. Denn man müsse unterscheiden, ob man einen komplexen Umstand sinnvoll regelt bzw. regeln kann oder ob es einfach das allgemeine Lebensrisiko ist, das man eben nicht regeln und schon gar nicht absichern könne.
Brandenburgs Wirtschaftsminister Daniel Keller stellte fest, dass im Hinblick auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wieder mehr Verlässlichkeit und Klarheit herrschen müsse, da sonst die unternehmerischen Investitionen woanders getätigt würden.
Zugleich führte er mit Blick auf die Anwendungsmöglichkeiten der KI aus, dass das Substituierbarkeitspotential sehr hoch sei, weshalb Lebenslanges Lernen unabdingbar sei.
#Emotionen Auf dem 7. Ostdeutschen Unternehmertag wurde auch jener Mann geehrt, der dieses Format einst aus der Taufe hob: Michael Schulze.
Michael Schulze machte sich bereits in den 1990er Jahren selbstständig, führte eine erfolgreiche Kommunikationsagentur, erlebte wirtschaftliche Erfolge und Mißerfolge, stand immer wieder auf, und gründete die comprend GmbH, die in diesem Jahr zum siebten Mal den Ostdeutschen Unternehmertag veranstaltete. Matthias Gehrmann, der neue Geschäftsführer der comprend GmbH, dankte Michael Schulz für sein Engagement, lobte seine Zuverlässigkeit und Verbindlichkeit.
„Er schafft Verbindungen zwischen den Menschen, er bleibt dran, genau da, wo es um uns Menschen geht“, so Matthias Gehrmann in seiner kurzen Laudatio auf den ehemaligen Gründer der comprend GmbH. Sichtlich bewegt nahm Michael Schulze, der sich nun aus Altersgründen zurückzieht, den ‚Unternehmer-Oskar‘ entgegen.
#Netzwerken Der ostdeutsche Unternehmertag bot zwischen den Panels immer wieder Gelegenheit, sich mit anderen Unternehmern auszutauschen. Klar wurde, dass jedes Unternehmen seit vielen Jahren regelmäßig unliebsame Erfahrungen mit einer überbordenden Verwaltung und Bürokratie macht. Auswandern oder Aufhören sei für die anwesenden Macher aus dem Mittelstand trotz all der planwirtschaftlichen Tendenzen keine Option - noch nicht!
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www.ostdeutscher-unternehmertag.de]