Die Teilnehmer kamen aus Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen und einige Teilnehmer kamen sogar aus Österreich.
Am Himmelfahrtstag reisten die Oldtimer an, jedoch nicht auf der Straße, sondern auf einem Hänger, der sorgsam in Falkenrehde auf dem Gutshof ausgeladen wurde. Zum Vorschein kamen kleine süße Autos, die seltsam aus der Zeit gefallen schienen.
Die Fahrzeuge basieren auf einer Lizenz des Austin Seven. Gebaut wurden sie in den Dixi-Werken in Eisenach. Nach dem Kauf der Dixi-Werke durch BMW 1928 wurden die Dixis 3/15 als BMW 3/15 verkauft. Einige Sondermodelle wurden zum größten Teil durch die Firma Ihle in Bruchsal gebaut.
Die Fahrzeuge besitzen einen 750ccm-Viertaktmotor mit 15 PS. Das reicht für eine Höchstgeschwindigkeit von 75 km/h bzw. 105 km/h bei den Sportausführungen. Meistens fahren sie jedoch mit gemütlichen 50 km/h.
Es kracht manchmal etwas im Getriebe und zuweilen quietschen die Räder. Ob das wohl mit dem Bremsen klappt, denkt man sich so als Normalauto-Besitzer, denn die Dixis sind mit einer Seilzugbremse ausgestattet.
Aber dann schleicht sich doch dieses Gefühl der Entschleunigung ein, gepaart mit dem Stolz, in einem wahren Schmuckstück zu sitzen, das von seinen Besitzern mit viel Liebe zum Detail gehegt und gepflegt wird.
Einer dieser Besitzer ist der Potsdamer Günter Wilhelm, der seinen Dixi 1999 gekauft und viele Jahre Arbeit reingesteckt hat. 2018 war der Wagen endlich fahrbereit und zulassungsfähig. Und da Günter Wilhelm mit seinem Oldtimer relativ viele Ausfahrten mitmacht, hat sein rotes Automobil auch schon 30.000 Kilometer auf dem Tachometer.
Zusammen mit seiner Tochter Katja und deren Mann hat er dieses Frühjahrstreffen organisiert.
Und das sei nicht so einfach, da man schon relativ viel Platz braucht, um alle Autos parken zu können. „Es ist ein tolles Erlebnis, mit so vielen Oldtimern in Kolonne unterwegs zu sein“, freut sich Katja Wilhelm. „Wir sind eine coole Gruppe und treffen uns 2 Mal im Jahr. Derjenige, der die Organisation inne hat, in dessen Umgebung findet das Treffen dann statt. Und so lernt man viele Burgen, Brennereien, Museen und viele andere Sehenswürdigkeiten in der DACH-Region kennen.“
Freitag früh starteten die Oldtimer vom Hotel Gutshof in Falkenrehde zur 1. Ausfahrt mit den Zielen: Fahrzeugmuseum in Ludwigsfelde sowie am Nachmittag der Falkenhof in Potsdam.
Die zweite Ausfahrt am Samstag führte die Oldtimer nach Glindow ins Ziegeleimuseum sowie zum Spargelhof in Klaistow. Und natürlich gab es noch eine Stadtrundfahrt durch Potsdam, dies jedoch mit einem Bus.
Peter Eigner reiste für dieses Event extra aus Österreich an. Die 8 Stunden Fahrtzeit bis nach Potsdam hat er gern in Kauf genommen: „Es ist einfach schön, die Gruppenmitglieder wieder zu sehen und Landschaft, Stadt und Natur gemeinsame zu erleben.“
Lutz Schmidt aus Thüringen hat seinen Dixi schon über 40 Jahre. Bereits als 10-Jähriger träumte er davon, einen Dixi zu besitzen. Irgendwann sagte sein Onkel zu ihm: ‚Mein Arbeitskollege hat so einen Dixi.‘ Und 5 Jahre später berichtete der Onkel, dass der Wagen nun zum Verkauf stünde. Und so kaufte Lutz Schmidt 1984 seinen Dixi für 3.800 Mark der DDR.
„Das war schon viel Geld damals“, berichtet Lutz Schmidt, wenngleich ein neuer Trabant natürlich deutlich teurer war. Heute dagegen muss man für so einen Dixi 50.000 Euro und mehr hinlegen.
Lutz Schmidt restaurierte den Wagen gut 6 Jahre lang, und als die Mauer fiel, war sein Dixi fertig, um die neue Reisefreiheit zu erleben.
Durch ganz Europa ist er schon mit seinem Lieblingsauto gefahren, erzählt der rüstige Rentner. Eine Tour begann in den 1990er Jahren in Berlin und führte ihn über Genf, Lissabon, Madrid, Barcelona, Monte Carlo, München, Dubrovnik, Budapest, Wien und Dresden wieder zurück nach Berlin. Vier Wochen ist er damals unterwegs gewesen.
Das nächste Treffen der Dixi-Gemeinschaft findet im Herbst in der Donauregion in der Nähe von Ingolstadt statt.
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www.dixi-ig.de].