Am vergangenen Wochenende fand sie zum 34. Mal statt: die Hanse Sail in Rostock und Warnemünde. Über eine halbe Million Besucher zog das Event in den letzten Jahren an, darunter natürlich viele Einheimische sowie etliche Potsdamer und Brandenburger, denn für sie ist es ein Leichtes, dabei zu sein. Schließlich beträgt die Fahrtzeit mit dem Auto rund 2,5 Stunden, mit dem Zug unter Nutzung des Deutschlandtickets rund 4 Stunden. Besondere Highlights auf der Hanse-Sail sind alljährlich der Empfang des Marinekommandos sowie die Ausfahrten mit den Traditionsseglern.
So trafen wir zufällig auf dem Empfang des Vizeadmirals Frank Lenski auf der Fregatte NRW die ehemalige Direktorin des Kongresshotels Potsdam, Jutta Braun. Als gebürtige Rostockerin war es ihr eine Herzensangelegenheit ihre alte Heimat zu besuchen und der Einladung der Bundeswehr zu folgen.
Auch Prof. Dr. Elizabeth Prommer, die viele Jahre wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule für Film- und Fernsehen Potsdam-Babelsberg war, und seit April 2023 Rektorin der Universität Rostock ist, freute sich über die Einladung zum Empfang und das Wiedersehen mit einigen PotsDamen.
Bei besten sommerlichen Temperaturen und viel Sonnenschein ging es nicht nur am Strand hoch her, sondern auch auf dem Volksfest im Rostocker Stadthafen, wo sich das Land Brandenburg kulinarisch präsentierte.
Kaninchenspezialitäten aus Beelitz, ausgezeichnete Milchprodukte aus Drehnow im Spreewald, Biere aus der Klosterbrauerei Neuzelle und Grillspezialitäten aus der Uckermark standen bei den über 500.000 Besuchern der Hanse-Sail hoch im Kurs.
Die Stars des maritimen Events waren und sind natürlich die Schiffe, die sich hier präsentieren. Unter ihnen Schoner, Gaffelschoner, Heringslogger, Zwei-, Drei- und Viermast-Barks, Fahrgastschiffe und Yachten sowie Korvetten und die Fregatte NRW der Deutschen Marine: In Summe waren es 119 Schiffe. Das älteste teilnehmende Schiff in diesem Jahr war die LANDRATH KÜSTER, ein Ketsch-Segelschiff, das 1889 zu Wasser gelassen wurde.
Noch im Jahr 2012 waren es sogar 226 Schiffe. Doch bürokratische Regelungen wie TÜV-Vorschriften für einen Traditionssegler, dabei insbesondere überdimensionierte Brandschutzvorgaben oder Vorschriften zum Wechseln von Stahldrähten alle fünf Jahre, obwohl die alten, in besonderer traditioneller Weise behandelten Drähte rund 40-50 Jahre halten, sowie gestiegene Kosten wie Liegegebühren, Treibstoff, Verpflegung und Instandhaltung der Schiffe sorgen dafür, dass es immer weniger potentielle Seemänner und Seefrauen gibt, die ein Traditionsschiff betreiben wollen.
Zudem haben sich ökonomische Rahmenbedingungen verschlechtert. Stark regulierte steuerliche Vorschriften und Compliance-Regeln gepaart mit allgemeinen konjunkturellen Verschlechterungen der Gewinnsituation von Unternehmen ließen und lassen die Nachfrage nach Ausfahrten mit den Traditionsschiffen sinken.
Bauarbeiten am südlichen Ende des Stadthafens, was zu weniger Liegeplätze für die Schiffe führt, tun ein übriges. Schon jetzt müssen vier bis fünf Schiffe hintereinander am Kai anlegen. Eine große Navigationskunst ist notwendig, um die Schiffe zentimetergenau im Mastenwald zu positionieren, sodass die Besucher des hinteren Schiffes gefahrlos über die anderen drei vorliegenden Schiffe gehen können.
Dennoch ist und bleibt die Hanse Sail ein herrlich entspanntes Vergnügen, um das maritime Erbe zu pflegen, die Warnow rauf und runter zu fahren, in der Ostsee zu baden und den Sommer zu genießen.
Weitere Informationen unter [www.hansesail.com]
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