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"Potsdam Exklusiv" auf Meetingpoint: #39/25 - Film „In die Sonne schauen“ erhält die CLIO 2025

Potsdam Exklusiv
  • Erstellt: 29.09.2025 / 19:01 Uhr von Potsdam Exklusiv
Am Samstagabend, 27. September hat der Verein ‚moving history - Festival des historischen Films Potsdam e.V.‘ im Filmmuseum Potsdam die CLIO verliehen. Die CLIO ist der Preis für den besten Film zu einem historischen Thema, denn die Clio gilt in der griechischen Mythologie als die Muse der Geschichtsschreibung. Zum 8. Mal wurde in diesem Jahr wieder ein herausragendes Werk der aktuellen deutschen Film- und Fernsehproduktion mit historischen Bezügen mit der CLIO ausgezeichnet. In diesem Jahr ging der Preis an den Film ‚In die Sonne schauen’.

Nominiert waren 50 weitere Spielfilme und Serien, u.a. ‚Leibniz – Chronik eines verschollenen Bildes’ sowie ‚Ich will alles. Hildegard Knef‘, die das Filmmuseum am 10. Oktober sowie am 5. Dezember zeigt. Schon früh entschied sich die Jury einstimmig für ‚In die Sonne schauen‘. Dieser Film sorgt bereits seit Mai für Furore, als er den Preis der Jury in Cannes gewann, er lief auf vielen Festivals, war der deutsche OSCAR-Beitrag und hatte Mitte September einen sensationellen Kinostart.

Dr. Michael Fürst, seit 2023 Leiter des Filmmuseums Potsdam, begrüßte als Gastgeber den vollen Kinosaal des Filmmuseums genauso wie Dr. Ilka Brombach, Filmhistorikerin und seit 2016 Leiterin von ‚moving history‘. Unter den Gästen auch Schauspielerin Jutta Wachowiak, die zusammen mit dem Potsdamer Bürgermeister Burkhard Exner die Schirmherrschaft der CLIO 2025 inne hatte.

In ihrer kurzen Rede empfahl Jutta Wachowiak Potsdam und dem Verein ‚moving history’ weniger bescheiden zu sein, denn bis zur Übernahme der Schirmherrschaft über die CLIO hätte sie diesen Preis gar nicht gekannt. Dabei sei es doch sehr wichtig, sich mit der Geschichte zu beschäftigen und sich an sie zu erinnern.

Und genau darum geht es in dem Gewinnerfilm: an das sich Erinnern. „Es ist die Art des Erzählens, die Sachen in einem abrufen, von denen man gar nicht vermutet hat, dass sie in einem schlummern“, so Jutta Wachowiak. Ein ganz ungewöhnlicher Film sei dem Team rund um Regisseurin Mascha Schilinski gelungen.

Es geht um 4 Epochen, 4 Frauen, 4 Geschichten, eine Vergangenheit, die sich in einem Vierseitenhof in der Altmark abspielt. Die Frauen stehen im Mittelpunkt, insbesondere vier pubertierende Mädchen mit ihrerTodessehnsucht und ihrem Lebenswillen.

Frank Bösch hielt die Laudatio. Prof. Dr. Frank Bösch ist Direktor des Leibniz-Zentrums für Zeithistorische Forschung (ZZF) Potsdam und ord. Professor für deutsche und europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts an der Universität Potsdam. Es sei dem Team gelungen, eine Geschichte von über 100 Jahren zu erzählen im Stile eines alten Fotoalbums, wenn alte Erinnerungen beim Blättern lebendig werden. Der Film zeige die langweilige Provinz und eben auch wie Räume Menschen prägen und umgekehrt.

Ungewöhnlich sie die Perspektive des Films, denn große Ereignisse bleiben außen vor, der Film kommt ohne direkten Nazi- oder Stasibezug aus. Statt dessen geht es um Gedanken von Mädchen, die ihre Familie beschreiben, letztlich ginge es um das Leid von Pubertierenden, was den Film zu einem Geschichtsepos der ganz besonderen Art werden lasse.

Der Film sei auch optimistisch, so Bösch, denn über die Zeit würden die Räume heller. Aber das Grundgefühl der Mädchen bleibt. Sie wollen ihren Körper spüren und gegen männliche Machtstrukturen aufbegehren, auf unterschiedliche Art und Weise.

Im anschließenden Filmgespräch mit Knut Elstermann kamen dann die Regisseurin Mascha Schilinski, und ihr Kreativteam zu Wort: Louise Peter, Evelyn Rack und Billie Mind.

33 ambitionierte Drehtage seien es gewesen, so Mascha Schilinski, aber alle hätten das Gefühl gehabt, an etwas Großem mitzuwirken. „Der Film bricht mit Sehgewohnheiten“, stellte sie fest. Daher müsse man den Film fühlen, sich treiben lassen beim Sehen und vertrauen, dass sich der Kreis der Erkenntnis schließt. So sah es auch der Laudator Frank Bösch und empfahl, gerade auch weil es sich lohnt, sich den Film mehrmals anzuschauen. Nach dem Sektempfang gab es für all jene, die den Film noch nicht gesehen hatten, die Gelegenheit dazu.

[www.moving-history.de]

Eine ausführliche Fotogalerie der Veranstaltung folgt.

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