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"Potsdam Exklusiv" auf Meetingpoint: #40/25: Affen, Katzen, Eier und ganz viel Mode. Wolfgang Joop im Kunstraum

Potsdam Exklusiv
  • Erstellt: 05.10.2025 / 18:01 Uhr von Potsdam Exklusiv
Am Freitagabend wurde die Ausstellung über das Schaffen des Künstlers Wolfgang Joop im Beisein geladener Gäste eröffnet. Seit dem 4. Oktober ist ein Besuch für jedermann kostenfrei möglich, es empfiehlt sich jedoch online ein Zeitfenster-Ticket zu buchen. Denn schon am ersten Tag der Öffnung fanden sich trotz regnerischen Wetters viele Interessierte ein. Auf über 450 Quadratmeter und sechs Themenbereiche erstreckt sich die Ausstellung. Neben Zeichnungen, Malereien, Skulpturen und Fotografien werden auch Modeentwürfe und viel Bewegtbildmaterial vergangener Wunderkind-Shows in Mailand oder Paris auf über drei Meter hohen Bildschirmen präsentiert.

Durch die besondere, gefühlvolle und zugleich dynamische Musik im Hintergrund entsteht ein atmosphärisches Erlebnis, so dass man das Gefühl hat, förmlich in die Ausstellung hineingezogen zu werden. So wird die Ausstellung selbst zum Gesamtkunstwerk.

Und das will sie ja auch sein. Die Ausstellung, die bis zu Wolfgang Joops 81. Geburtstag am 18. November im Kunstraum in der Schiffbauergasse zu sehen ist, ist eine gelungene Retrospektive, die das vielfältige Schaffen des international renommierten Modeschöpfers und Künstlers zeigt.

„Potsdam ist der Ursprung meiner Geschichte. Es ist der Ort, an dem alles begann: Hier wuchs ich auf, hier begann meine Neugier auf Kunst und meine Suche nach Schönheit“, so Joop, der 1954 mit seinen Eltern nach Braunschweig übersiedelte.

„Vieles, was ich geschaffen habe, trägt auch etwas von dieser Stadt in sich. Es nun mit ihr zu teilen, führt Vergangenheit und Gegenwart für mich auf besondere Weise zusammen.“

Dies wird besonders deutlich in der Film-Dokumentation, die im oberen Stockwerk des Kunstraumes zu sehen ist. Hier beschreibt Wolfgang Joop, wie er als Kind sein Talent zu malen entdeckte. Er erzählt, dass er Alte Flämische Meister kopierte, um sich so sein Studium der Kunstpädagogik zu finanzieren. Außerdem zeigt Joop den Wandel seines Tuns auf: anfänglich sei es darum gegangen, Mode zu erschaffen, die multiplizierbar sei, später dann kam es darauf an, etwas Einmaliges zu erschaffen, von dem man dann sagen könne, es ist Kunst.

Der Film, produziert von Frank Suffert und Edwin Lemberg, dem Lebensgefährten von Joop, zeigt zudem, wie sich das Label Wunderkind, dass Lemberg und Joop 2003 gemeinsam gründeten, entwickelte. Mithin beschreibt Lemberg den Ansatz der Ausstellung so: „Unsere Idee war es, Wolfgang Joops Werk nicht nur chronologisch, sondern thematisch zu erschließen. So wird sichtbar, wie konsequent er in verschiedenen Disziplinen gearbeitet hat – und zugleich, wie neugierig er bis heute ist. Das Nebeneinander von Malerei, Skizzen, Mode und Skulpturen zeigt seine künstlerische Radikalität – und gewinnt in Potsdam eine zusätzliche Dimension, weil sich Werk und Herkunft hier begegnen.“

Vielmehr noch: Die Ausstellung zeigt die Kontraste des Lebens, die Wolfgang Joop auf verschiedene Art und Weise einfängt: Schwarz und Weiß, Liebe und Vergänglichkeit, Ruhe und Hektik. Ein zentraler Wert wird dabei ganz besonders fokussiert: Freiheit! Denn Mode sei auch Freiheit, wie Joop in der Dokumentation feststellt.

Wolfgang Joop wurde am 18. November 1944 in Potsdam geboren und wuchs zunächst in Bornstedt auf. Nach Stationen in Braunschweig, Hamburg und Berlin feierte er internationale Erfolge als Modedesigner und gründete sein eigenes Label, später auch das Couture-Haus Wunderkind. Neben seiner Arbeit in der Mode etablierte er sich als Maler, Zeichner, Illustrator und Autor. Seine Rückkehr nach Potsdam nach der Wiedervereinigung markiert eine enge Verbundenheit mit der Stadt, die bis heute anhält.

Mehr: [www.kunstraumpotsdam.de].

[Potsdam Exklusiv] ist dabei - bei den außergewöhnlichen Shows, den großen Bällen, wichtigen Events, am Tisch interessanter Menschen. Ab sofort gibt es davon auch regelmäßig Einblicke auf Meetingpoint Potsdam - ganz exklusiv.

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