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Schülerprojekt erinnert an Potsdamer Großdemonstration von 1989

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 06.11.2025 / 10:01 Uhr von hvf
In Potsdam wurde am Dienstag ein Projekt vorgestellt, bei dem Schülerinnen und Schüler der 11. Klasse der Waldorfschule an die größte Demonstration in Potsdam im Herbst 1989 erinnern. Die Arbeiten sind am historischen Ort ausgestellt – auf dem heutigen Luisenplatz, damals Platz der Nationen, wo sich am 4. November 1989 mehr als 20.000 Menschen gegen das DDR-Regime versammelten.

Die Ausstellung umfasst 23 Plakate. Die Jugendlichen beschäftigten sich mit den Ereignissen des Herbstes 1989, tauschten sich mit Zeitzeugen aus und entwickelten anschließend eigene Plakate mit politischen Slogans. Auf den Plakaten stehen Aussagen wie „Wie viel Ungerechtigkeit bist Du bereit zu übersehen?“, „Was für eine Welt wollt Ihr uns hinterlassen?“ und „Lasst statt Waffen Diplomaten sprechen“.

Die Arbeiten wurden in Anwesenheit von Oberbürgermeisterin Noosha Aubel sowie dem Künstler des Denkmals der friedlichen Revolution, Mikos Meininger, vorgestellt. In ihrem Statement betonte die Oberbürgermeisterin den aktuellen Bezug des Projekts: „Die Auseinandersetzung der Schülerinnen und Schüler mit der friedlichen Revolution und der großen Demonstration am 4. November 1989 hier auf diesem Platz zeigt: Das Thema der Freiheitsbewegung vor 36 Jahren ist ganz aktuell. Es sind wirklich tolle und kreative Plakate mit klaren Botschaften entstanden, in denen es unter anderem um mehr Geld für Bildung, Freiräume für Jugendliche erhalten, Klimaschutz und keinen Pflichtdienst für junge Menschen geht. Der Unterschied zu damals: Heute leben wir in einer Demokratie mit Meinungsfreiheit, damals war das öffentliche Formulieren der eigenen Gedanken deutlich eingeschränkt.“

Am 4. November 1989 forderten Demonstranten unter anderem Reisefreiheit, freie Wahlen, den Rückzug von SED und Staatssicherheit aus den Betrieben sowie die Abschaffung von Funktionärsprivilegien. Fünf Tage später wurde die Berliner Mauer geöffnet – die Glienicker Brücke wurde am 10. November geöffnet.

Auch in diesem Jahr gibt es eine Gedenkveranstaltung. Der Förderverein Lindenstraße 54 und die Landeshauptstadt Potsdam laden am Montag, 10. November, ab 15 Uhr zum Erinnern an die Öffnung der Glienicker Brücke ein.

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