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Feuerwehr Potsdam mahnt: Richtiges Verhalten kann Leben retten

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 14.11.2025 / 18:01 Uhr von eb
Nach dem bislang größten Einsatz der Potsdamer Feuerwehr in diesem Jahr erinnert die Stadt an die wichtigsten Verhaltensregeln im Ernstfall. Anfang November standen mehrere Kellerverschläge in der Saarmunder Straße in Flammen, dichter Rauch zog durch das Treppenhaus. 80 Einsatzkräfte der Feuerwehr und 24 Helfer des Rettungsdienstes waren stundenlang im Einsatz, zahlreiche Bewohner mussten über Leitern gerettet werden. Vor diesem Hintergrund appelliert die Feuerwehr an die Bevölkerung, sich über richtiges Verhalten im Brandfall zu informieren. Feuerwehrchef Ralf Krawinkel betont, dass Ruhe, richtiges Alarmieren und umsichtiges Handeln im Notfall Leben retten können. Denn oft sei nicht das Feuer selbst, sondern der entstehende Rauch die größte Gefahr.

Bei einem Brand zählt jede Sekunde. Wichtig ist, Ruhe zu bewahren und sofort den Notruf 112 zu wählen – diese Nummer gilt europaweit und ist kostenlos, auch ohne Guthaben oder SIM-Karte. Wer den Notruf absetzt, sollte möglichst genaue Angaben machen:
  • Wo brennt es? (Adresse, Etage, Raum)
  • Was brennt? (z. B. Küche, Keller, Fahrzeug)
  • Sind Menschen in Gefahr?
  • Wer meldet den Brand?
  • Erst auflegen, wenn die Leitstelle keine weiteren Fragen mehr hat. So können die Einsatzkräfte gezielt reagieren und Zeitverlust vermeiden.
Wer sich in einem brennenden Gebäude befindet, sollte es über gekennzeichnete Fluchtwege und Treppenhäuser verlassen. Aufzüge sind tabu – sie können ausfallen oder verrauchen. Türen sollten beim Verlassen geschlossen, aber nicht abgeschlossen werden, um die Ausbreitung von Feuer und Rauch zu verhindern.

Wenn der Fluchtweg versperrt ist, gilt: In der Wohnung bleiben, Fenster öffnen und sich bemerkbar machen – etwa durch Winken, Rufen oder das Auslegen eines hellen Tuchs. So erkennen Einsatzkräfte schnell, wo Hilfe gebraucht wird.

Grundsätzlich hat die Menschenrettung Vorrang. Wer helfen möchte, sollte dies nur tun, wenn keine eigene Lebensgefahr besteht. Kinder, ältere oder bewegungseingeschränkte Menschen benötigen besondere Unterstützung. Ist man selbst in Sicherheit, darf das Gebäude nicht wieder betreten werden, bis die Feuerwehr Entwarnung gibt.

Die Feuerwehr erinnert daran, dass Brandschutz lange vor dem Notfall beginnt. Rauchmelder sind in allen Wohnungen gesetzlich vorgeschrieben und können Leben retten. Sie gehören an die Decke, nicht in Ecken oder neben Lüftungen. Die Geräte sollten einmal im Monat getestet und die Batterien rechtzeitig gewechselt werden.

Auch einfache Maßnahmen können entscheidend sein:
  • Kellertüren und Brandschutztüren immer geschlossen halten.
  • Flure und Treppenhäuser freihalten – keine Fahrräder oder Kinderwagen abstellen.
  • Elektrische Geräte regelmäßig prüfen und defekte Kabel austauschen.
  • Kerzen nie unbeaufsichtigt brennen lassen und auf stabile Unterlagen stellen.
Kleinere Brände, etwa im Papierkorb, lassen sich manchmal selbst löschen – aber nur, wenn keine Gefahr besteht. Dafür eignet sich ein Feuerlöscher oder ein Topfdeckel. Wichtig: Fett- oder Elektrobrände dürfen niemals mit Wasser gelöscht werden. Fett kann explodieren, Stromschläge sind lebensgefährlich. In solchen Fällen gilt: Raum verlassen, Tür schließen und sofort die Feuerwehr rufen.

Für Menschen mit körperlichen oder sensorischen Einschränkungen ist eine individuelle Vorsorge besonders wichtig. Gemeinsam mit Angehörigen oder Nachbarn sollten Fluchtpläne erstellt und mögliche Barrieren besprochen werden. Spezielle Rauchmelder mit Lichtsignalen oder Vibration können hier lebenswichtig sein.

Ein Brand entwickelt sich in Sekunden zur Lebensgefahr. Wer weiß, wie man im Ernstfall handelt, kann Schlimmeres verhindern. Ruhe, klare Entscheidungen und gegenseitige Rücksichtnahme sind die wichtigsten Regeln. Durch gute Vorbereitung, technische Vorsorge und umsichtiges Verhalten lassen sich viele Brände vermeiden – und im Ernstfall Leben retten.

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