Kulturministerin Dr. Manja Schüle zeigt sich betroffen vom Tod der Potsdamer Künstlerin Barbara Raetsch: „Barbara Raetsch war weder Architektin noch Baumeisterin, nicht Landschaftsgärtnerin noch Stadtplanerin. Und doch hat sie geprägt, wie wir Potsdam sehen, hat unseren Blick auch darauf gelenkt, was an den Rand zu geraten drohte. Ihre oft kraftvollen und ausdrucksstarken Bilder zeigen zahllose Motive. Mich bewegen aber vor allem...
...ihre Interpretationen einer Stadt, die lebendig ist, ständig im Umbruch, im Werden und Vergehen – und jedenfalls ganz und gar keine ‚Puppenstube‘. Die Chronistin von Brüchen und Umbrüchen hat Verfall, Wandel und Wiederaufbau in Potsdam dokumentiert – eindrücklich, unermüdlich, bis ins hohe Alter. Ich bin froh, dass wir Barbara Raetsch im vergangenen Jahr eine große Ausstellung im Kulturministerium ermöglichen konnten. Ich werde die humorvolle und unprätentiöse Grande Dame der Potsdamer Kultur vermissen! Ein kleiner Trost: Ihre Bilder bleiben – ein Glück für uns alle.“
Hintergrund:
Die 1936 im sächsischen Pirna geborene Barbara Raetsch lebte seit ihrer Heirat 1958 mit dem Maler Karl Raetsch in Potsdam. Nach ihrer Ausbildung als technische Assistentin im Gartenbau beschäftigte sie sich autodidaktisch mit Malerei und grafischen Techniken. Seit 1977 war Barbara Raetsch als freischaffende Malerin tätig und wurde Mitglied im Verband Bildender Künstler der DDR (VBK). Ab 1970 setzte sie sich in ihren Arbeiten intensiv mit der Stadt Potsdam auseinander, insbesondere mit der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg und dem Verfall der barocken Altstadt. Der Sammlungsbestand des Potsdam Museums umfasst mehr als 100 ihrer Werke, 80 weitere Werke befinden sich in Privatsammlungen. Im Jahr 2016 wurde Barbara Raetsch mit dem Eintrag ins Goldene Buch der Landeshauptstadt Potsdam geehrt. Im August 2021 erhielt sie den Ehrenpreis des Ministerpräsidenten für ein Lebenswerk im Rahmen der Verleihung des 18. Brandenburgischen Kunstpreises auf Schloss Neuhardenberg (Märkisch-Oderland). Von November 2023 bis März 2024 waren 40 ihrer Werke in einer Ausstellung im Kulturministerium zu sehen.