Landeslob und BundeskritikProf. h.c. Hans-Ulrich Schmidt, Kaufmännischer Vorstand des Diakonissenhauses Teltow, eröffnete die Veranstaltung. In seiner Begrüßung machte er deutlich: 2026 wird ein Schlüsseljahr für die Gesundheitsbranche. Anstehende Reformen der sozialen Sicherungssysteme und bereits umgesetzte Veränderungen in der Finanzierung der stationären und ambulanten Versorgung werden das Jahr prägen.
So gäbe es auf der einen Seite ein Krankenhaussparpaket und auf der anderen Seite Liquiditätsunterstützung für notleidende Krankenhäuser. Hier entstehe der Eindruck, so Schmidt, dass die Bundesregierung nicht konsequent steuert bzw. dass der politische Reformanspruch im Widerspruch zur wirtschaftlichen Realität steht.
Deutlich lobende Worte fand Prof. Schmidt hingegen für die Landesregierung. Die gelebte Kultur des Miteinanders – Zuhören, Dialog und gemeinsames Ringen um Lösungen – sei einzigartig und motivierend für die Akteure vor Ort.
Ministerpräsident Dietmar Woidke richtete sich per Videobotschaft an die Gäste. Er dankte dem Verbund, der mit 14 Akutkliniken, Fachkliniken und Rehakliniken in ganz Brandenburg vertreten ist, für seine Arbeit und versicherte, dass sich die Landesregierung auch weiterhin beim Bund für eine Krankenhausreform einsetzen werde, die den Besonderheiten Brandenburgs gerecht wird.
Interdisziplinäre Zusammenarbeit und TeilhabeIm Anschluß übernahm Dörte Maack das Bühnengeschehen. Mit einem Poetry Slam zu den Herausforderungen der Gesundheitsbranche schuf die Moderatorin sofort Aufmerksamkeit und Nähe.
Maack machte zudem erfahrbar, was Barrierefreiheit bedeutet. Für sie, die blind ist, hatte man ein geschicktes Führungssystem auf der Bühne installiert, das ihr autarkes Bewegen und Handeln möglich machte. Desweiteren zeigte Dörte Maack, warum Audiodeskriptionen wichtig sind und bereitete so ihr Publikum auf die eigenen Sinneseindrücke vor.
Das Bühnenprogramm zeigte drei Videoeinspieler, die unter dem Motto „Brücken bauen“ darlegten, wie in den Verbundhäusern interdisziplinär zusammen gearbeitet wird, wie Teilhabe gelingen kann und wie auch in der brandenburgisch-polnischen Grenzregion Gesundheitsbrücken geschlagen werden.
Stambulante Prozesse organisierenIn einer halbstündigen Podiumsdiskussion beleuchteten Michael Zaske, Abteilungsleiter Gesundheit, Ministerium Gesundheit und Soziales, Frank Volkmer, Geschäftsführer Immanuel Klinik und Poliklinik Rüdersdorf, Dr. med. Kerstin Stahlhut, Chefärztin Palliativmedizin Immanuel Klinik Rüdersdorf, Dr. med. Gesine Dörr, Chefärztin Klinik für Innere Medizin am St. Josefs-Krankenhaus Potsdam und Holger Rostek, stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg die stambulante Versorgungssituation in Brandenburg.
Einigkeit herrschte darüber, dass Gesundheitsversorgung nur sektorenübergreifend gelingen kann. Brücken zwischen Ambulant und Stationär und damit zwischen den Professionen seien dafür unverzichtbar.
Mit dem steigenden Anteil ambulanter Leistungen müssten auch Budgets durchlässiger werden. Noch verhinderten starre Regularien notwendige Entwicklungsschritte. Mehr Freiheit, mehr Dezentralität und eine leistungsgerechte Vergütung seien zentrale Forderungen.
Für die musikalische Begleitung sorgte Pianist Martin Hunger aus Potsdam. Mit drei Songs rund um das Motiv der Brücke – darunter natürlich „Über sieben Brücken musst du gehn“ von Karat – lud er das Publikum zum Mitsingen ein. Der Text an der Wand machte es leicht, gemeinsam den Bogen zum Motto des Abends zu schlagen.
Nach rund hundert kurzweiligen Minuten endete das offizielle Programm. Beim anschließenden Empfang wurde weiter diskutiert. Denn Plattformen wie diese sollen ja nicht nur der Information und Unterhaltung dienen, sondern auch dem Gedankenaustausch und Netzwerken.
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