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Millionen für Denkmale im Land

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 13.01.2026 / 18:01 Uhr von hvf
In Brandenburg ist im vergangenen Jahr erneut umfangreich in den Erhalt historischer Bauten investiert worden, so informiert das Brandenburgische Landesamt 
für Denkmalpflege und Archäologische Landesmuseum (BLDAM). Rund 106 Millionen Euro flossen demnach aus Mitteln des Kulturministeriums sowie des Infrastrukturministeriums in die Sicherung, Sanierung und Restaurierung von Denkmalen im ganzen Land. Die Bilanz stellten Kulturministerin Dr. Manja Schüle, Infrastrukturminister Detlef Tabbert und Landeskonservator Prof. Dr. Thomas Drachenberg gestern in Potsdam vor.
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Gefördert wurden Projekte in Städten und ländlichen Regionen gleichermaßen. Das Spektrum reicht von Kirchen, Schlössern und Klosteranlagen über Industriebauten bis hin zu historischen Wohnhäusern, Parks und technischen Denkmalen. Ziel ist es, die historische Bausubstanz zu erhalten und zugleich an heutige Nutzungsanforderungen anzupassen.

Kulturministerin Dr. Manja Schüle betonte dabei: „Mehr als 14.000 Denkmale gibt es im Land Brandenburg. Sie alle prägen auf die eine oder andere Weise unsere kulturelle Identität und Geschichte – sie zu bewahren ist Aufgabe des Denkmalschutze", und weiter: “Denkmalschutz ist kein Luxus, sondern unsere gemeinsame Verantwortung.”

Einen großen Anteil der Fördermittel erhielten Stiftungen, darunter die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, die Stiftung Fürst-Pückler-Museum – Park und Schloss Branitz sowie das Stift Neuzelle. Auch zahlreiche Kirchen, Religionsgemeinschaften und Fördervereine wurden bei der Sanierung sakraler Gebäude unterstützt. Allein der Dom St. Peter und Paul in Brandenburg an der Havel erhielt über eine Million Euro für Instandsetzungsmaßnahmen.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Verbindung von Denkmalpflege und Stadtentwicklung. Infrastrukturminister Detlef Tabbert erklärte: „Die Förderung von Denkmalschutz und Stadtentwicklung sind dabei kein Widerspruch, sondern haben das gleiche Ziel: lebenswerte Orte in Brandenburg zu erhalten und weiterzuentwickeln.“ Über die Städtebauförderung wurden laut Tabbert 2025 rund 76 Millionen Euro bewilligt.

Neben klassischen Sanierungen floss auch Geld in Klimaanpassungsprojekte historischer Gärten und Anlagen, etwa in Parks, Schlossgärten und botanische Einrichtungen. Zudem wurden Einzelprojekte wie die Sanierung der Ziegelei-Villa in Glindow oder des Kupferfertighauses in Eberswalde gefördert, die beispielhaft für den Umgang mit historischer Bausubstanz stehen.

Landeskonservator Prof. Dr. Thomas Drachenberg hob den fachlichen Ansatz hervor: „Wir schauen zuerst darauf, wie es dem Bauwerk geht – und was es in die Lage versetzt hat, oft mehr als 100 Jahre zu stehen." Zudem betont er: “Denkmalpflege ist die beste Entbürokratisierung. Wir brauchen keine Neubauvorschriften am Altbau.”

Die Bilanz zeigt: Denkmalförderung bleibt in Brandenburg ein zentraler Baustein für kulturelle Identität, Stadtentwicklung und den Erhalt historischer Zeugnisse für kommende Generationen.

Bilder

Pressekonferenz mit Kulturministerin Manja Schüle (M.), Infrastrukturminister Detlef Tabbert (2.v.l.) und Landeskonservator Thomas Drachenberg (1.v.r). Foto: A.-M. Graatz, BLDAM
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