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Studentische Beschäftigte erhöhen Druck vor Tarifverhandlungen

Regionales
  • Erstellt: 14.01.2026 / 16:01 Uhr von ant
In den laufenden Tarifverhandlungen zwischen Gewerkschaften und der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) wird morgen am 15. Januar in der zweiten Runde in Potsdam erneut über einen Tarifvertrag für studentisch Beschäftige an deutschen Hochschulen im TV-L Geltungsbereich verhandelt. Das Land Brandenburg beschäftigt rund 3.000 studentische Beschäftigte an den acht staatlichen Brandenburger Hochschulen. Für alle gilt kein Tarifvertrag. Rund 90 % der studentischen Beschäftigten gelten in Brandenburg als armutsgefährdet, wie eine Studie aus dem Jahr 2023 ergab.
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Marcel Tobolski, studentischer Mitarbeiter an der Universität Potsdam und Vorstandsmitglied des GEW-Kreisverbandes Potsdam, erklärte, studentische Beschäftigte würden unter Bedingungen arbeiten, die sich die meisten anderen Arbeitnehmer nicht vorstellen könnten. Die meisten hätten lediglich Einjahresverträge, Tutoren oft sogar nur Verträge über sechs Monate. Nur wenige verfügten über einen eigenen Arbeitsplatz oder ein Arbeitsgerät. Hinzu kämen häufig unbezahlte Arbeit, ein geringes Grundgehalt sowie der grundsätzliche Ausschluss von allen tariflich geregelten Sonderzahlungen wie Inflationsausgleich, Weihnachtsgeld oder Urlaubsgeld. All dies könne ein Tarifvertrag verbessern.

Die Gewerkschaften GEW und ver.di fordern gemeinsam mit den Beschäftigten schon seit langem eine bundesweite Tarifierung z.B. nach Berliner Vorbild (TVStud), diese Forderung beinhaltet weiter:
- eine Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten,
- einen Mindeststundenumfang von 40 Stunden/Monat (Unterschreitung auf Antrag der/des Beschäftigten möglich) und
- ein einheitliches Mindeststundenentgelt von 17 Euro im 1. Jahr der Beschäftigung, ab dem 2. Jahr: 18 Euro, ab dem 3. Jahr: 19 Euro (Berechnung mit Beginn des ersten Arbeitsvertrags).

Um diese Forderungen durchzusetzen folgen die studentischen Beschäftigten nun bundesweit den Streikaufrufen der Gewerkschaften GEW und ver.di, um für die zweite und dritte Verhandlungsrunde zwischen Gewerkschaften und TdL in Potsdam Druck aufzubauen. Auch an den Potsdamer Hochschulen wird im Rahmen der Verhandlungen gestreikt. Zusätzlich zur zentralen Streikveranstaltung am Kongresshotel Potsdam ruft TVStudBrandenburg zur Vorab-Kundgebung am 15. Januar von 11.30 bis 12.15 Uhr am Rechenzentrum in der Dortustraße auf.

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