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Postkarten-Aktion stärkt Betroffene sexualisierter Gewalt

Regionales
  • Erstellt: 07.03.2026 / 10:01 Uhr von eb
Das Angebot „Medizinische Soforthilfe und vertrauliche Spurensicherung nach Vergewaltigung“ und die Opferhilfe Land Brandenburg starten gemeinsam eine landesweite Postkartenaktion. Ziel ist es, Betroffenen sexualisierter Gewalt Mut zu machen und ihnen konkrete Wege zu medizinischer und psychosozialer Unterstützung aufzuzeigen. Auf den Postkarten stehen kurze, kraftvolle Sätze wie: „Atme, dann entscheide“, „Manchmal ist Schwäche der Anfang von Stärke“, „Du machst es auf deine Art“ oder „Es ist okay, nicht okay zu sein“.
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Diese Botschaften sollen Betroffene in Ausnahmesituationen stärken und verdeutlichen: Nach sexualisierter Gewalt gibt es Hilfe – medizinisch, beratend und im Falle eines Strafverfahrens auch rechtlich begleitend. Niemand muss mit den Folgen alleine bleiben.

Der Start rund um den 8. März, den Internationalen Frauentag, ist bewusst gewählt. Zugleich knüpft die Initiative an den Tag der Kriminalitätsopfer an und rückt die besondere Situation Betroffener sexualisierter Gewalt in den Fokus.

Die Karten liegen in zahlreichen Restaurants, Cafés und Bars in Potsdam und Cottbus aus und werden in ganz Brandenburg in Beratungsstellen sowie über verschiedene Netzwerke und Fachstellen weitergegeben. Sie informieren kompakt darüber, dass Betroffene:
- unmittelbar medizinische Soforthilfe bekommen – mit oder ohne Strafanzeige,
- ihre Spuren vertraulich sichern lassen können, um Zeit für eine Entscheidung zu gewinnen, - kostenlose, anonyme Beratung und Unterstützung in der Nachsorge erhalten,
- bei einem Strafverfahren fachkundige rechtliche Begleitung und Orientierung im Rechtssystem finden.

Sexualisierte Gewalt betrifft Menschen aller Geschlechter, Altersgruppen und Lebensrealitäten. Viele Betroffene schweigen aus Scham, Angst vor Schuldzuweisungen oder aus dem Gefühl, niemand würde ihnen glauben.

„Die gemeinsame Kartenaktion setzt hier an: Sie signalisiert, dass jedes ‚Nein‘ zählt, dass Betroffene Glauben und Schutz verdienen und dass Unterstützung möglich ist, ohne sofort in die Öffentlichkeit gehen zu müssen“, sagt Susanne Ullrich, Gesamtleitung der Opferhilfe Land Brandenburg.

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