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Sonderführung: Die Villa Ingenheim als Sitz des sowjetischen Geheimdienstes

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  • Erstellt: 04.04.2026 / 18:01 Uhr von ant
Die Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße gibt in Kooperation mit dem Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw) mit einer Sonderführung am 16. April um 17 Uhr tiefere Einblicke in die Villa Ingenheim als Sitz des sowjetischen Geheimdienstes. Die Führung mit dem Militärhistoriker PD Dr. John Zimmermann findet statt im Rahmen der aktuellen Sonderausstellung „Das graue Elend von Potsdam. Sowjetischer Haft- und Tribunalort Lindenstraße 1945-1952“.

Nach der Besetzung Potsdams durch die Rote Armee mussten alle verbliebenen Bewohner am 26. Mai 1945 innerhalb von zwei Stunden und unter Zurücklassung ihrer persönlichen Habe die Villa Ingenheim verlassen. Der sowjetische Geheimdienst NKWD (Narodny kommissariat wnutrennich del) nutzte fortan die Räume bis 1953 als Außenstelle des ebenfalls beschlagnahmten nationalsozialistischen Haft- und Gerichtsortes in der Lindenstraße 54/55, der den Besatzern als zentrales Untersuchungsgefängnis in Brandenburg diente. Männer, Frauen und Jugendliche wurden hier unter unmenschlichen Haftbedingungen mit verbrecherischen Verhörmethoden zu „Geständnissen“ gezwungen.

Wegen schlecht zugänglicher Quellen gehen die spärlichen Erkenntnisse zur Villa Ingenheim auf Berichte von Zeitzeugen zurück, die häufig erst nach der deutschen Wiedervereinigung verfasst wurden. Dennoch vermitteln diese Beispiele in den historischen Räumlichkeiten einen nachhaltigen Eindruck vom Leid der Inhaftierten während des dunkelsten Kapitels der Villa.

Sonderausstellung: „Das graue Elend von Potsdam. Sowjetischer Haft- und Tribunalort Lindenstraße 1945–1952“

Die Ausstellung nimmt noch bis zum 12. Juli genau jene sowjetische Nutzungsphase des Justiz- und Haftortes Lindenstraße in den Blick. Dieses Areal beschlagnahmte der sowjetische Geheimdienst im Juli 1945. Er nutzte es bis 1952 im Kontext von Entnazifizierung und der Errichtung einer neuen Diktatur stalinistischer Prägung. Der Haftort Lindenstraße diente als überregionales Sammel-, Untersuchungs- und Durchgangsgefängnis für mehr als 2.000 Männer, Frauen und Jugendliche aus über 15 Nationen Europas. Im Gerichtsaal tagten Sowjetische Militärtribunale. Sie verhängten in Prozessen, die keinerlei rechtsstaatlichen Grundsätzen entsprachen, unverhältnismäßig hohe Strafen bis hin zur Todesstrafe.

Eckdaten:
- Was? Sonderführung: Die Villa Ingenheim als Sitz des sowjetischen Geheimdienstes
- Wann? 16. April 2026, 17 Uhr
- Treffpunkt? ZMSBw Potsdam, Zeppelinstraße 127/128
- Eintritt frei

Anmeldung unter: [info@gedenkstaette-lindenstrasse.de].

Bilder

Villa Ingenheim © Bundeswehr / Marcus Rott
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