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Potsdam meldet mehr Kinderschutzfälle

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 03.05.2026 / 12:01 Uhr von hvf
Die Zahl der Kinderschutzfälle in Potsdam steigt. 358 Verfahren hat das Jugendamt im vergangenen Jahr abgeschlossen, 77 mehr als im Vorjahr. In 186 Fällen wurde laut Stadtverwaltung eine Kindeswohlgefährdung festgestellt. Auch die Inobhutnahmen stiegen deutlich: 201 Kinder und Jugendliche nahmen die Fachkräfte in Obhut, ein Plus von 80 Fällen. Gleichzeitig ging die Zahl der Inobhutnahmen unbegleiteter ausländischer Minderjähriger zurück.

Fachbereichsleiterin Alexandra Mebus-Haarhoff ordnet ein: „Der Kinderschutzbericht beschreibt Entwicklungen, ohne Ursachen zu bewerten. Steigende Fallzahlen könnten mit dem Wachstum der 12- bis 19-Jährigen sowie einer höheren Sensibilisierung von Fachkräften zusammenhängen. Entscheidend bleibt, dass Hinweise aus dem Umfeld der Kinder eingehen, damit das Hilfesystem rechtzeitig greifen kann."

Besonders betroffen sind Kinder und Jugendliche mit Behinderung: 34 Fälle zählte das Jugendamt, vier mehr als 2024. 28 von ihnen mussten laut weiteren Angaben der Stadt in Obhut genommen werden. Im Januar 2026 eröffnete die Stadt eine eigene Krisen- und Clearingstelle mit sechs Plätzen speziell für diese Gruppe.

Die Stadt hat ihre Strukturen ausgebaut. Seit Januar 2025 gibt es ein eigenes Kinderschutzteam im Jugendamt, derzeit mit sieben Mitarbeitern besetzt, perspektivisch sollen es elf werden. Auch die Fachberatung im Kinderschutz wurde stark genutzt: 363 Beratungen, der höchste Stand seit Einführung der Maßnahme. Vor allem Schulen, Schulsozialarbeit und Kitas greifen laut Stadtverwaltung auf das Angebot zurück.

Am 21. Mai wird der Bericht dem Jugendhilfeausschuss vorgelegt. Es ist der elfte Kinderschutzbericht der Stadt.

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