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Ein Tag wie an der Côte d’Azur: Museum Barberini präsentiert Paul Signac

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 03.07.2026 / 18:01 Uhr von Christiane Fuchs
Rund 30 Jahre sei es her, dass sich ein deutsches Museum dem neoimpressionistischen Künstler Paul Signac gewidmet hat, führte Ortrud Westheider während der Pressekonferenz zur neuen Ausstellung aus. Dieser Umstand und die Tatsache, dass sich in der Sammlung Hasso Plattner 10 Werke dieses Malstils im Bestand befinden, war Ausgangspunkt für die neue Ausstellung im Museum Barberini.

Symphonie der Farben. Paul Signac und der Neoimpressionismus – so lautet ihr Titel. Denn Ziel von Paul Signac war es, den höchsten Grad an Leuchtkraft und Harmonie in seinen Bildern zu erreichen. Zusammen mit Georges Seurat führte er in der Mitte der 1880er Jahre eine neue Malweise ein. Farben wurden nicht mehr auf der Palette gemischt, sondern Punkt für Punkt bzw. Pinselstrich für Pinselstrich auf die Leinwand gesetzt, um sich im Auge des Betrachters zu verbinden.

Der Neoimpressionismus bzw. der Pointilismus ist eine Kunstrichtung, die gerade in Deutschland ihre ersten Fans fand. Viele Künstler griffen den Malstil auf und zeichneten ebenfalls Punkt für Punkt Natur, Architektur, Alltagstätigkeiten und -gegenstände sowie Menschen.

Das Museum Barberini zeigt in der Ausstellung knapp 100 Werke, von denen mehr als ein Drittel von Paul Signac stammen. Daneben hängen Bilder von Georges Seurat oder Camille Pissarro, die ebenfalls pointilistisch malten genauso wie Werke von eher unbekannteren neoimpressionistischen Künstlerinnen wie Anne Boch oder Jeanne Selmersheimer-Desgrange. Die Signac-Werke stehen auch im Kontext und im Dialog zu Bildern von Alfred Finch, Jan Toorop oder Henri-Edmond Cross.
38 internationale Leihgeber aus 10 Ländern konnten für das Projekt gewonnen werden, u.a. das Van Gogh Museum in Amsterdam oder das Metropolitan Museum of Art in New York.

Die Werke machen gute Laune aufgrund ihrer enormen Leuchtkraft. Die Punkttechnik ist hierbei Mittel zum Zweck. Zusätzlich verwenden die Künstler, insbesondere Signac, komplementäre Farben, um einen hohen Kontrast, aber auch Harmonie zu erzeugen. Denn eine Idee der Neoimpressionisten war es auch, die Gesellschaft und die Welt durch Schönheit und Harmonie besser zu machen. Ihre Bilder sollten positive Stimmungen erzeugen, ganz ähnlich wie Musik. Gerade die französischen Landschaften des Mittelmeeres, stimmungsvolle Orte in Venedig und in der Türkei waren Projektionsräume ihrer Utopien. Ein Ausstellungsraum widmet sich ganz diesen sehnsuchtsvollen Werken.

Hätte sich Signac über diese Ausstellung im Kontext vieler befreundeter Künstlerkollegen und -kolleginnen gefreut? „He would over the moon“, ist sich seine Urenkelin sicher. Charlotte Cachin ist Direktorin des Archives Signac in Paris und zugleich Mitkuratorin der Ausstellung, die am Samstag, 4. Juli eröffnet und bis zum 11. Oktober zu besuchen ist.

Weitere Informationen unter [www.museum-barberini.de].

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