In der ersten Jahreshälfte 2026 hat die Landeshauptstadt Potsdam die Zahl der abgeschlossenen Einbürgerungsverfahren erneut steigern können. Bis Ende Juni wurden in 13 öffentlichen Einbürgerungsfeiern insgesamt 381 Einbürgerungsurkunden übergeben. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 bedeutet dies eine Steigerung um rund 15 Prozent, im Vergleich zum ersten Halbjahr 2024 sogar eine Steigerung um rund 70 Prozent.
Die Beigeordnete für Ordnung, Sicherheit, Soziales und Gesundheit, Brigitte Meier, sagt dazu: „Ich freue mich, dass sich viele Menschen in unserer Stadt für die Einbürgerung entschieden haben. Es ist ein wichtiges Signal, dass diese sich hier wohlfühlen und Teil der Stadtgesellschaft geworden sind. Ich gratuliere den neuen Staatsbürgerinnen und Staatsbürgern herzlich zu ihrer Einbürgerung.“
Der zuständige Fachbereichsleiter, Dr. Karsten Lauber, sieht in der positiven Entwicklung eine Bestätigung für die eingeleitete Weiterentwicklung der Einbürgerungsbehörde: „Die Steigerung der Bearbeitungsleistung ist auf ein Bündel an Maßnahmen zurückzuführen. Es ist uns gelungen, unter Leitung des neuen Arbeitsgruppenleiters, Herrn Abed Alkareem Khader, ein engagiertes Team in der Einbürgerungsbehörde zusammenzustellen. Aufgrund der anspruchsvollen Rechtslage ist die Einarbeitung langwieriger, doch die stabile Personalsituation macht sich zunehmend bezahlt. Im Team der Einbürgerungsbehörde hat sich die Idee eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses gut etabliert.“
Mit der Aushändigung der Einbürgerungsurkunde haben die neuen Staatsbürger die deutsche Staatsangehörigkeit erhalten. Damit gehen grundlegende Rechte und Pflichten einher wie das Wahlrecht oder die EU-Freizügigkeit. Die neuen deutschen Staatsbürger stammen aus 56 Herkunftsstaaten, die meisten davon aus der Arabischen Republik Syrien, der Ukraine, der Russischen Föderation, dem Iran, Afghanistan und Polen.
Wie bedeutsam die Einbürgerung persönlich sein kann, zeigen Zehra Torlak sowie die Familie Jadoua/Zin Aldin. Sie erhielten am 30. Juni 2026 im Rahmen der 13. öffentlichen Einbürgerungsfeier des Jahres ihre Einbürgerungsurkunden. Zehra Torlak kam im Jahr 2007 aus der Türkei nach Deutschland. Sie ist qualifizierte Sozialassistentin und Sozialpädagogin. Zu ihrer Motivation für die Einbürgerung sagt sie: „Ich habe mich in den letzten Jahren immer stärker als Teil dieser Gesellschaft und dieses Landes gefühlt. Ich konnte und kann mich gut mit Deutschland identifizieren. Das war für mich der Hauptgrund für meine Einbürgerung. Die Zulassung der Mehrstaatigkeit durch die Gesetzesänderung in 2024 hat meine Motivation auch verstärkt.“
Zur Einbürgerungsfeier am 30. Juni sagt sie: „Ich fand die Einbürgerungsfeier schön organisiert. Es hat mir viel bedeutet, gemeinsam mit 38 anderen Personen eingebürgert zu werden und ich habe mich geehrt gefühlt.“ Auch emotional habe sie die Feier bewegt: „Ich war zum Teil sehr emotional, weil ich an viele meiner Erfolge und Herausforderungen in Deutschland gedacht habe. Für mich war in diesem Moment ganz klar, dass ich nun auch offiziell dazugehöre und es geschafft habe.“
Für Familie Jadoua/Zin Aldin aus Syrien und ihre in Potsdam geborenen Kinder bedeutet die Einbürgerung vor allem mehr Freiheit und mehr Sicherheit: „Mit der Einbürgerung wird unser Leben in Deutschland besser geschützt sein. Außerdem können wir mehr reisen und mehr Länder besuchen.“ Für Ahmad Jadoua ist dies besonders wichtig: Er hat seine Eltern seit über zehn Jahren nicht mehr gesehen. Zum Verfahren berichtet die Familie: „Der persönliche Termin und die Vorlage der Unterlagen waren einwandfrei und unkompliziert. Allerdings war die Wartezeit bis zum Termin lang. Man hat in den letzten Monaten aber bemerkt, dass die Einbürgerungsbehörde schneller vorankommt als bisher. Das macht sich in der Community bemerkbar.“