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OB-Kandidat Lutz Boede im Quick-Check von A bis Z

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Stadtgeschehen

Erstellt: 29.08.2018 / 17:23 von at

Meetingpoint hat die Kandidaten der Oberbürgermeisterwahl am 23. September zu Potsdamer Themen befragt. In einem Quick-Check von A bis Z galt es Antworten auf Fragen zu geben, die Potsdamer interessieren. Heute die Antworten von DIEaNDERE-Kandidat Lutz Boede.

Amtszeit Jann Jakobs
Persönlich konnte ich ja immer ganz gut mit Jann Jakobs. Er hat Humor und kann ganz gut repräsentieren. Ich bin aber trotzdem froh, dass es jetzt vorbei ist. Und man sieht ja auch, alle Kandidaten, die ihn beerben wollen, reden von einem Neuanfang. Selbst Mike Schubert von der SPD sagt, er will nicht alles machen wie der Vorgänger. Offenbar sehen alle, dass es einen erheblichen Bedarf gibt, etwas zu ändern. Zum Einen gibt es eine richtige Spaltung der Gesellschaft, das merkt man auch bei den Debatten in der Stadt – dass vieles abgerissen wird, was in der DDR gebaut wurde oder dass man den Eindruck hat, eine bestimmte Bevölkerungsschicht wird bevorzugt. Alle Kandidaten wollen plötzlich eine andere Kommunikation im Rathaus, einen Neuanfang. Ich teile natürlich den Befund, deswegen denke ich, dass es ganz gut ist, dass es jetzt einen Neuanfang gibt und dass es vorbei ist mit der Ära Jakobs - das ist aber nichts Persönliches. Daneben ist es aber auch wichtig, eine neue Politik zu machen. Nur Abrissbirne und Ausverkauf ist doch keine Stadtgestaltung, sondern die Enteignung der Stadtgesellschaft. Mal ein Beispiel: Das Volkshochschulgebäude in der Dortustraße wurde damals für 1,8 Millionen Euro verkauft, da werden jetzt Wohnungen reingebaut. Wir haben aber ein Schulgebäude weniger, der Kämmerer hat sich gefreut, weil sonst 2-3 Millionen in die Sanierung gesteckt hätten werden müssen, aber die letzte, zugegebenermaßen größere Schule im Bornstedter Feld, hat 27 Millionen gekostet. Langfristig gesehen ist das finanziell kein gutes Geschäft, alles zu verkaufen und später alles neu zu bauen oder teuer zurück zu mieten.

Abholzung großer Waldflächen
Aus meiner Sicht sind die Grenzen der Verdichtung in der innerstädtischen Bereich jetzt erreicht. Das noch vorhandene Grün muss weitgehend erhalten bleiben, sonst geht der Charme der Stadt verloren. Die Stadtverordneten haben einen Flächennutzungsplan beschlossen. Was darin als Wald oder Grünfläche vorgesehen ist, soll das auch bleiben. Es kann ja nicht alles abgeholzt und verkauft werden.

Bezahlbare Mieten
Die Wohnungspolitik der Stadt ist gescheitert. Sie hat ja in den letzten Jahren darauf gesetzt, städtische Grundstücke zu verkaufen und den Wohnungsneubau anzukurbeln. Aber es wurden vor allem teure Wohnungen gebaut und der Zuzug beschleunigt. Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum ist noch akuter geworden. Das Problem kann eben nicht gelöst werden, indem städtische Grundstücke an gewinnorientierte Privateigentümer verkauft werden. Stattdessen muss die städtische Wohnungsgesellschaft ProPotsdam selbst im kommunalen Wohnungsbestand günstig sanieren und vermieten.

Bildungspolitik
Bildungspolitik ist ja vom Prinzip her Landessache, aber natürlich ist die Stadt Schulträger und für die Bereitstellung der Gebäude zuständig. Da könnte man schon einiges machen. Beispielsweise die Diskussion über kostenloses Frühstück: Das wird jetzt wohl oft über Catering abgesichert. Das sind im schlimmsten Fall abgepackte Sachen, also deutlich anders, als wenn man zusammen Frühstück macht. Das finde ich sehr schade. Ich würde auch eher einen Ansatz bevorzugen, die Schulen vernünftig auszustatten, Sportanlagen und vielleicht zusätzliche räumlich getrennte Speiseräume mitzubauen. Dann kann man in den Schulen abends auch immer mal eine richtige Veranstaltung machen.

blu
Ja was soll ich dazu sagen. Ich bekomme immer schlechte Laune, wenn ich daran vorbei komme. Wenn man überlegt, was dort mal für ein schönes Ensemble stand – Schwimmhalle, Minsk und diese Grünanlagen davor . Die alte Schwimmhalle war ja eine Schönheit verglichen mit dem blu. Die Frage ist, ob wir nicht doch besser ein kleines Kiezbad im Bornstedter Feld gebraucht hätten, statt des Neubaus. Aber gut, die Sportvereine wollten eben auch mehr Kapazitäten – es ist schwierig, aber die Entscheidung ist irgendwann so gefallen.

Bürgerbeteiligung
Ein sehr leidiges Thema. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Leute über die Bürgerbeteiligung ala Potsdam sehr enttäuscht sind. Das geht los beim Bürgerhaushalt, da reichen Leute regelmäßig Vorschläge ein, die werden regelmäßig weit nach vorn gevotet und dann von den Stadtverordneten einfach abgebügelt. Für uns ist das kein echter Bürgerhaushalt. Wir würden uns wünschen, das man ein festes Budget hat, dass man sagt, soviel Geld könnt ihr ausgeben und dass das Budget nach einem klaren Verfahren oder Schlüssel entsprechend den Bürgervoten verteilt wird. Wir könnten uns auch vorstellen, dass man Quartiersfonds einrichtet, um kleine Stadtteilprojekte zu fördern. Denn es gibt Anliegen, die nie stadtweite Anliegen sein werden, die aber trotzdem wichtig sind für die Menschen vor Ort, um sich mit dem Stadtteil zu identifizieren. Das könnte ja auch von Jahr zu Jahr zwischen den Stadtteilen variieren. Und auf der anderen Seite müssen die Bürger der Stadt über die zentralen Fragen der Stadtentwicklung selber entscheiden können. - also beispielsweise über den Bau des Stadtschlosses, denn sie müssen ja mit dem Anblick leben. Wenn die Leute selber entscheiden, dann können sie auch mit dem Ergebnis besser leben. Ich denke, da hat sich die Stadt viel vergeben in den letzten Jahren.

Circus Montelino – Thema Neugestaltung Volkspark
Unsere Fraktion hat sich ja erfolgreich dafür eingesetzt, dass Montelino schnell einen dauerhaften neuen Standort bekommt. Aber eigentlich möchten wir den Volkspark gern in seiner jetzigen Größe erhalten und dort weiter Grillplätze, DiscGolf und Beachvolleyball ermöglichen. Der Beschluss, den Park mit Wohnungen zu bebauen, wurde vor einem Vierteljahrhundert gefasst. Heute leben viel mehr Menschen im Potsdamer Norden, als damals vorhergesagt wurde – und das gilt ganz besonders für die Zahl von Kindern und Jugendlichen. Ich finde, man muss nun die Planungen der Realität anpassen. Wir brauchen den ganzen Volkspark. Die Wohnungen können auch an anderen Stellen der Stadt gebaut werden.

DIE aNDERE
Was soll ich dazu sagen? Wir sind die größte und sympathischste Wählergruppe der Stadt, haben uns seit Jahren als zuverlässigste Oppositionskraft der Stadt erwiesen und werden uns auch weiterhin unabhängig von Bundes- und Landesparteien in die Stadtpolitik einmischen.

DDR-Architektur
Ok, also man muss sagen die Schwimmhalle ist jetzt nicht nur aus ideologischen Gründen dem Abriss zum Opfer gefallen, sie war schon ein Sanierungsfall. Aber sonst sind schon viele Abrisse im Stadtzentrum stark von der Abneigung gegen die DDR geprägt. Dieses bewusste Ausmerzen der DDR-Architektur finde ich inakzeptabel. Dass eine Stadt sich verändert, gut, aber was jetzt in der Potsdamer Mitte passiert – das sieht ja aus wie in Kriegsgebieten. Das ist schon deutlich zu viel Abrissbirne.

Dieselfahrverbot
Mobilität darf keine Frage des Geldbeutels und sozialen Status sein. Man muss die Mobilität und Verkehrsströme in der Stadt verändern, aber sozialverträglich. Von heute auf morgen zu sagen, man verbietet bestimmte Sachen völlig, das hilft niemandem. Ich würde da immer bei den jüngeren Leuten ansetzen, deren Mobilitätsverhalten noch nicht so fest ist und die sehr offen sind für nutzerfreundliche ÖPNV-Angebote. Die brauchen nicht mehr alle ein Auto. Wenn man sie nicht dazu zwingt, sich eins zuzulegen, um ihre persönliche Bewegungsfreiheit sicherzustellen.

Elektromobilität
Leider geht die Diskussion inzwischen in eine merkwürdige Richtung. Ständig wird von fahrerlosen Elektroautos geschwärmt, die man mit dem Handy rund um die Uhr ordern kann. Das hört sich ja auch gut an. Man holt rund um die Uhr per Handy-App nach Lust und Laune ein Elektroauto und wird von Haustür zu Haustür gebracht. Aber ist das wirklich ein Modell für den Verkehr in den Ballungsräumen? Ich glaube das nicht. Die großen Pendlerverkehre müssen auch künftig durch Bus und Bahn bewältigt werden. Individualverkehr sollte vor allem Fahrplanlücken in Randlagen oder in den Nachtstunden schließen. Wenn aber Individualverkehr dauerhaft der Regelfall wird, zerstört das die sozialen Funktionen der Stadt. Man kann eine Stadt auch mit Elektroautos verstopfen und zuparken.

Fachhochschule
Dieses Gebäude abzureißen ist aus meiner Sicht einer der größten Fehler den man machen konnte - die größte Fehlleistung der Potsdamer Stadtentwicklung seit vielen Jahren.. Hier wird ein dringend benötigtes Zentrum der Stadtgesellschaft im Wert von vielen Millionen Euro vernichtet, um eine piefige Touristenmeile mit Kübelpflanzenidylle zu bauen. Und die historische Stadtmitte wird nebenbei noch verkauft, die Stadtgesellschaft enteignet. Ich bin sicher: In 30 Jahren werden Studierende in Masterarbeiten untersuchen, wie es zu dieser Fehlentscheidung kommen konnte. Ich hätte mir gewünscht, dass das ein Ort der Stadtgesellschaft bleibt: öffentliche Räume für Bildung, Wissenschaft und Kultur. Das Gebäude war eigentlich gut geeignet, um es bedarfsgerecht umzubauen. Der Abriss hat schon etwas sehr Barbarisches.

Garnisonkirche
Eigentlich ist das das wohl irrsinnigste Bauprojekt, das ich bislang erlebt habe. Es gibt in Potsdam keine Garnison und keinen König mehr. Die Stadtgesellschaft bekundet im Bürgerhaushalt und in Bürgerbegehren, dass sie dieses Symbol nicht wieder haben will. Es fehlt eine richtige Kirchgemeinde, das Geld für den ersten Bauabschnitt und ein überzeugendes Nutzungskonzept. Trotzdem werden für diese Kirchenattrappe Millionen öffentlicher Gelder verschwendet, die zur Sanierung verfallender Denkmäler fehlen. Na, wenn ich Gelegenheit dazu erhalte, werde ich keine neue Baugenehmigung erteilen lassen, bevor die Stiftung die Finanzierung lückenlos nachweist.

Havelübergang
Ach, die legendäre Havelspange. Ich weiß wirklich nicht, warum im OB-Wahlkampf soviel darüber geredet wird. Erstens, kann der Oberbürgermeister das gar nicht entscheiden. Zweitens, ist der Bundesverkehrswegeplan bis 2030 gültig. Bis dahin gibt es also keine Gelder, um überhaupt mit den Planungen zu beginnen. Und dann würden bestimmt 15-20 Jahre bis zum Bau der Straße vergehen – wenn die Gerichte nicht sogar den Klagen von Umlandgemeinden stattgeben. Wer sich vor diesem Hintergrund bei der OB-Wahl für eine Amtszeit von 2018-2026 bewirbt und in dieser Zeit die Verkehrsprobleme mit dem Bau der Havelspange bekämpfen will, ist einfach ein politischer Hochstapler.

Innenstadt – Identität
Ich wohne selbst in einer WG am Rande der Innenstadt. Der Umbau der Stadt zu einer barocken Kulisse für Touristenfotos hat mir die Innenstadt entfremdet. Eigentlich lebe ich vor allem in den unkommerziellen Nischen, in denen ich mich vor Reisegruppen und anstrengenden Dialekten sicher wähne. Hat die Innenstadt denn noch ein richtiges Zentrum? Ich meine, wo treffen sich denn Alteingesessene und Zugezogene, Arme und Millionäre wirklich? Mein Eindruck ist eher, dass es ein solches Stadtzentrum gar nicht mehr gibt. Auf jeden Fall nicht in der Innenstadt.

Jugendklubs, -kultur
Ein schwieriges Thema. Gerade im Sommer ziehen ja täglich an allen Ecken der Stadt junge Leute mit einer Kiste Sterni in die Parks oder feiern nachts auf einem Bolzplatz Geburtstag. Ich denke, wir brauchen nicht nur Jugendklubs in allen Stadttteilen, sondern auch mehr Orte, an denen junge Leute sich spontan treffen und feiern können, ohne Miete zu bezahlen oder mit der Polizei rechnen zu müssen. Da die Freiflächen begrenzt sind, wird es natürlich auf Verständnis und gegenseitige Rücksichtnahme ankommen. Aber eben auch auf Verständnis für die Belange junger Leute, die die öffentlichen Plätze in Beschlag nehmen, weil sie sie brauchen.

Kleingärten
Kleingärten sind wichtig als Rückzugsräume und Frischluftschneisen der Stadt. Die Stadt muss sie deshalb planungsrechtlich vor dem Verkauf und einer Verwertung schützen. Der beste Schutz besteht, wenn die Grundstücke im Eigentum der Stadt oder der Kleingartenvereine sind.

Krampnitz
Krampnitz ist für uns ein spannendes Projekt, weil man ja nicht alle Tage erleben kann, wie ein neuer Stadtteil entsteht. Besonders hier ist es wichtig die soziale Infrastruktur zu entwickeln, da Krampnitz noch weiter draußen liegt als beispielsweise das Bornstedter Feld. Schade ist, dass die Tram dort leider etwas zu spät kommt, wenn die ersten Menschen dort schon wohnen. Die Frage ist, wie viel sie zu spät kommt. Und na klar, man wird in jedem Fall mehr Autoverkehr dort haben.

Ladenöffnungszeiten an Sonntagen und zu besonderen Anlässen
Ich freue mich, dass die Gerichte die ausufernden verkaufsoffenen Sonntage in Potsdam gestoppt haben. Irgendwann müssen die Verkäufer*innen ja auch mal freie Wochenenden haben. Aber wenn die Inhaber selbst am Sonntag im Laden stehen wollen, sollten sie das dürfen. Leider hat das ja nicht der Oberbürgermeister zu entscheiden, sondern der Landtag. Aber als Oberbürgermeister müsste man das Ordnungsamt am Sonntag auch nicht so häufig Dienst schieben lassen.

Lebensqualität
Die Leute sagen in den Umfragen immer, sie sind zufrieden. Man sollte vielleicht mal die fragen, die weggezogen sind, warum sie Potsdam verlassen haben, das wäre auch mal ganz aufschlussreich. Ich glaube, dass sich in der Stadt das Gefühl breitmacht, es wird eng. Jede Lücke wird bebaut. Man erkennt die Stadt nicht wieder, das Tempo geht zu schnell. Und da ist, glaube ich, auch was dran. Eine Stadt muss in der Entwicklung ein menschliches Maß bewahren, die Leute müssen auch ein paar Gebäude in ihrem Kiez haben, die sie seit der Kindheit kennen – es kann nicht binnen weniger Jahre die ganze Stadt umgegraben werden. Götz Friederich sagt immer, das Wachstum kann man nicht bremsen – klar kann man das bremsen. Man weist Baugebiete aus mit einer bestimmten Zahl Wohnungen und Gebiete für Schulen, Sportplätze und Grünflächen usw. und dann muss man sich nur auch daran halten und nicht wieder alles auf den Kopf stellen, wenn der nächste Investor kommt. So wird die Stadt Schritt für Schritt entgrünt – so geht es auf Dauer nicht. Da bleibt die Lebensqualität auf der Strecke.

Minsk
Für mich ist das Minsk allemal erhaltenswert. Man muss ja auch mal zeigen, dass es eine Ostgeschichte gab, das können ja nicht nur die Plattenbauten sein. Mir am liebsten wäre eine öffentliche Nutzung – eine Schule oder eine Kita. Gut, das Gebäude ist in einem jämmerlichen Zustand, stand Jahre leer. Es wird sicherlich nicht billig, so etwas zu sanieren. Auf der anderen Seite: hält man so ein Grundstück über mehrere Jahre, dann bekommt man in einigen Jahren mehr als die jetzt gebotenen 27 Millionen, wenn man es dann immer noch verkaufen will. Das ist sicher kein rausgeschmissenes Geld, so ein Grundstück im Bestand zu halten.

Norden Potsdams
Dort wird die Stadt künftig am stärksten wachsen. Die Stadtplanung muss so erfolgen, dass die Ortsteile auch etwas davon haben. Wenn in Marquardt oder Fahrland mehr Menschen leben, trägt sich dort auch ein Nahversorger oder ein Friseur leichter. Aber die größte Herausforderung bleibt die Verkehrsanbindung. Die Bahnlinie Marquardt - Spandau - Gesundbrunnen ist für die gesamte Stadt sehr wichtig. Eigentlich müsste die Bahn schon in Golm einsetzen. Außerdem brauchen wir den Radschnellweg aus der Innenstadt nach Fahrland und die Tramlinie bis zum Bhf. Marquardt. Davon hängt die weitere Entwicklung der nördlichen Ortsteile ganz erheblich ab.

ÖPNV
Der ÖPNV muss endlich wieder den Fahrplan zuverlässig bedienen. Offensichtlich besteht großer Handlungsbedarf, um im städtischen Verkehrsbetrieb für die Tram- und Busfahrer*innen vernünftige Arbeitsbedingungen zu schaffen.

Parkeintritt
DIE aNDERE setzt sich seit Jahren dafür ein, dass der Eintritt in alle öffentlichen Parks ohne Eintritt möglich bleibt. Immerhin wird nun der Volkspark für alle, die unter 18 Jahre alt sind, kostenlos nutzbar sein. Gleichzeitig lehnen wir aber auch die Zahlung städtischer Zuschüsse an die Schlösserstiftung ab. Das darf aber nicht zu einer Eintrittspreispflicht führen. Es muss doch wohl möglich sein, die Einnahmen durch Gastronomie und Souvenierverkauf deutlich zu erhöhen.

Qualität der Radwege
Die Radwege sind von ihrer Qualität her sehr unterschiedlich. An vielen Stellen sollten sie besser markiert sein, damit Autofahrer den Seitenabstand einhalten. Und natürlich ist Pflaster kein geeigneter Belag zum Radfahren.

Rechenzentrum
Da verstehe ich die ganze Diskussion nicht, das wird ja immer absurder. Es wird argumentiert, als wenn die Leute der Stadt die Haare vom Kopf fressen. Die Mieter zahlen dort alle ihre Unkosten durch die Miete, die ja jetzt auf 10 Euro pro qm erhöht wird. Das ist also auch nicht mehr billig. Die bezahlen sogar Dinge – wie Wachschutz und Heizung -, die sowieso bezahlt werden müssten, weil ja noch Rechner im Haus stehen. Warum soll das Rechenzentrum nicht stehen bleiben? Es ist bis heute nicht klar, ob jemals das Kirchenschiff gebaut wird. Der Turm kann ja neben dem Rechenzentrum gebaut werden. Mir ist gar nicht begreiflich, warum man nicht sagt, 20 Jahre kann das Haus genutzt werden. Dann macht man nochmal eine richtige Sanierung und baut eine neue Heizung ein, dann gehen die Betriebskosten auch runter.

Stern/Schlaatz – Soziale Stadt
Dass auch Schlaatz und Stern zu Potsdam gehören, werden wir ja bald wieder auf irgenwelchen Wahlflyern lesen. Aber in der normalen Stadtentwicklung muss noch einiges passieren. Spontan fällt mir die verwahrloste Sportfläche an der Nuthe ein. Ich will dort einen wettkampffähigen Kunstrasenplatz, damit die Fußballer von Juventas Crew Alpha endlich wieder Heimspiele im heimischen Schlaatz austragen können. Auch das Vereinsgebäude bei Fortuna Babelsberg muss eigentlich komplett erneuert werden. Aber die Aufzählung kann man sicher noch weiter führen.

Tourismus
Potsdam lebt ja ganz wesentlich auch vom Tourismus. Aber manchmal nervt es schon, wenn vorsintflutliche Busmodelle sich durch enge Straßen quälen. Potsdam kann man doch wunderbar zu Fuß oder per Rad erkunden.

Urpotsdamer - Veränderung der Stadt durch Zuzug
Pro Jahr ziehen ca. 9.000 Menschen aus Potsdam weg und 12.000 ziehen neu in die Stadt. In einer Generation tauscht sich die Stadtbevölkerung also statistisch einmal aus. Dieses Tempo bringt große Probleme mit sich. Hier sollte die Stadtentwicklung dringend auf die Bremse treten. Statt den Zuzug weiter anzukurbeln, ist eine Wohnungspolitik gefragt, die es allen Menschen ermöglicht, dauerhaft in der Stadt zu wohnen, in der sie aufgewachsen sind.

Verwaltung der Stadt
Da könnte ich einige Episoden erzählen … Besonders ärgert mich immer wieder, dass Behörden entscheiden, was für die Bürger*innen das Beste ist. Oder dass ihnen Datenschutz immer nur dann einfällt, wenn sie eine Information nicht herausgeben wollen. Oder dass in der Ausländerbehörde Menschen arbeiten, die die Grenzen Deutschlands am Front Office gegen Menschen ohne deutschen Pass verteidigen wollen. Oder dass immer nur Gründe gesucht werden, etwas abzuwimmeln, statt Wege, etwas umzusetzen.

Wirtschaft, -förderung
Ich möchte den öffentlichen Sektor stärken. Die kommunale Daseinsvorsorge gehört in städtische Hände. Wichtig ist mir auch, dass sich Kommunen nicht immer wieder beim Buhlen um Gewerbeansiedlungen gegenseitig herunterkonkurrieren. Die großen Sportvereine möchte ich eher aus Mitteln der Wirtschafts- und Tourismusförderung unterstützen als aus der regulären Sportförderung.

Tag X – die erste Amtshandlung als neuer Oberbürgermeister
Meine erste Amtshandlung wären einige Anweisungen an die Geschäftsführungen der städtischen Betriebe. Im Klinikum „Ernst von Bergmann“ würde ich anweisen, dass das Unternehmen mit allen Tochtergesellschaften dem Kommunalen Arbeitgeberverband gegenüber die Rückkehr in die Mitgliedschaft mit Tarifbindung erklärt. Außerdem soll ein Konzept zur Aufstockung des Personals auf den Stationen und in der Rettungsstelle erarbeitet werden. Die Geschäftsführung der ProPotsdam würde ich beauftragen, keine Mieterhöhungen mehr vorzunehmen, ohne dass etwas an der Wohnung modernisiert wurde. Damit wären erst einmal Neuvermietungszuschläge und die automatischen Anpassungen an den Mietspiegel ausgeschlossen. In der Verwaltung selbst würde ich die Ausländerbehörde sofort direkt dem Oberbürgermeisterbüro unterstellen und die völlige Integration der ABH in den Bürgerservice einleiten. Aber ich würde stets zuvor meine Vorstellungen allen betroffenen Beschäftigten vorstellen und um deren aktive Unterstützung bei den Veränderungen werben.

Y(J)oker-Frage – Nutzung von Sportstätten und Sporthallen
Wir brauchen eine bessere und auch eine gerechtere Nutzung der städtischen Sportanlagen. Schulsportaußenanlagen müssen ab 16 Uhr dem Vereinssport und dem unorganisierten Breitensport offenstehen. Derzeit werden sie häufig einfach abgeschlossen, um Vandalismus zu verhindern. Bei der Vergabe von Trainingszeiten an die Sportvereine ist dringend ein Neuanfang erforderlich. Hallenzeiten dürfen nicht länger über Jahrzehnte vererbt werden, sondern sollten transparent nach dem tatsächlichen Bedarf verteilt werden. Kriterien könnten die Mitgliederzahl oder die Zahl der Übungsgruppen und Jugendteams sein.

Zeppelinstraße
Wer mal ein Kleinkind mit Atemwegserkrankungen in einer trockenen Sommernacht in der Zeppelinstraße erlebt hat, weiß, weshalb es Grenzwerte für Feinstaub und Stickoxide gibt. In der Zeppelinstraße wurden diese Höchstwerte seit Jahren regelmäßig überschritten. Seit der Drosselung des Autoverkehrs werden sie wieder eingehalten. Daher befürworte ich diese Maßnahme auch. Allerdings muss noch der entstandene Umgehungsverkehr durch die Geschwister-Scholl-Straße vermieden werden. Die Vorbereitungen dazu laufen bereits. Nun geht es darum, auch attraktive Angebote durch den ÖPNV und die Bahn zu organisieren. Deshalb habe ich mich geärgert, dass der Bahnhof Wustermark abgeklemmt werden soll. Und für die Zustände beim ViP fehlt mir jedes Verständnis. Der Fahrplan muss eine Bank sein. Seine Umsetzung darf nicht von einer Grippewelle oder der Urlaubszeit abhängig sein.

Mehr Informationen zum Programm des Kandidaten findet man auf [Lutz Boede] und [DIE aNDERE].

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