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Arbeitspaket-Stipendien für zehn Brandenburger Künstler

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 04.12.2022 / 11:16 Uhr von at/pm
Das Kulturministerium unterstützt zehn Brandenburger Künstlerinnen und Künstler aus den Genres Bildende Kunst, Musik, Literatur und Darstellende Kunst mit Arbeitspaket-Stipendien. Auch einige Potsdamer kommen in den Genuss. Die zum vierten Mal vergebenen Stipendien sind mit jeweils 8.000 Euro ausgestattet.

Für die Arbeitspaket-Stipendien konnten sich Kreative der Genres Literatur, Bildende Kunst, Musik sowie Darstellende Kunst mit Erstwohnsitz im Land Brandenburg bewerben. Für die Vergabe der Stipendien (in diesem Jahr: je zweimal Musik und Literatur, einmal Darstellende Kunst sowie fünfmal Bildende Kunst) durch die Kulturministerin nach Empfehlung der von ihr eingesetzten Fachjurys war die Qualität des bisherigen künstlerischen Wirkens ausschlaggebend. Insgesamt gab es 137 Bewerbungen.

Musik
· Sebastian Selke (*1980, lebt in Potsdam) zeichnet sich durch exzellentes und facettenreiches musikalisches Können aus. Zudem verfügt er über beeindruckende Ensembleerfahrung im Bereich der klassischen und orchestralen Musik. Sebastian Selke ist Teil des neo-klassischen Potsdamer Duos ‘Ceeys‘, das seit vielen Jahren regelmäßig bei Film- und Hauskonzerten im Land Brandenburg auftritt.

· Die Musik der in Brandenburg lebenden Songwriterin und Multiinstrumentalistin Sabine Mieke Wenzel aka ‘Mieke Miami‘ (*1980, lebt in Luckenwalde) bietet eine faszinierende Auswahl an Instrumentierungen, Klängen und Stimmungen und bewegt sich stilistisch zwischen Soul, Pop und Jazz. Seit ihrem Debütalbum ‘In The Old Forest‘ (2016) erregt sie große Aufmerksamkeit über die Landesgrenzen Brandenburgs hinaus.

Darstellende Kunst
· Großes künstlerisches und soziales Engagement beweist Nicola Streifler (*1975, lebt in Potsdam) als Krankenhaus-Clownin, indem sie Menschen in elementaren Bereichen und Zeiten des Lebens begleitet. Nun möchte sie ihr künstlerisches Repertoire erweitern und eine inszenierte Bühnenclownerie entwickeln. Außerdem plant Nicola Streifler, gewonnenes Wissen in der Trainingsreihe ‘achtsam heiter‘ an Clownskolleginnen weiterzugeben.

Literatur
· Ein autobiographisches Projekt mit dem Titel ‘Der versunkene Flugschreiber‘ plant Martin Ahrends (*1951, lebt in Werder/H.). Darin soll es um verschiedene Ausformungen von Männlichkeit gehen, um ideologische Grundsätze und weltfremden Idealismus. Die Textprobe enthält originelle Gedanken, die einige Male in aphorismenreife, dennoch unprätentiöse Formulierungen gipfeln.

· Saskia Warzecha (*1987, lebt in Potsdam) gilt als eine der Nachwuchshoffnungen auf dem Gebiet der ästhetisch anspruchsvollen Lyrik. Ihr erster Gedichtband ‘Approximanten‘ ist 2020 im Berliner Verlag Matthes und Seitz erschienen. Sie hat Hochschulabschlüsse in Computerlinguistik (Potsdam) und in Sprachkunst (Wien) und verfolgt einen intellektuell anspruchsvollen wie spielerischen Dichtungsansatz.

Bildende Kunst
· Johan Lorbeer (*1950, lebt in Birkenwerde) entwickelte seit den späten 1970er Jahren ein intermediales Werk, das sich zwischen Fotografie, Performance und Skulptur verortet und in vielen internationalen Ausstellungs- und Performancekontexten präsentiert wurde. In seinen ‘Still-Life-Performances‘ widersetzt er sich scheinbar der Schwerkraft und zwingt sein Publikum zum räumlichen Perspektivenwechsel. Für jede Performance entwickelte er präzise Stahlkonstruktionen, die seinen Körper in den gewünschten Positionen stützen und im Raum verankert sind. Um sein performatives Werk sicher fortsetzen zu können, plant Johan Lorbeer die dringend erforderliche Restaurierung und Instandsetzung seiner Performance- Konstruktionen, in der Stahlstellagen, Halterungen und Verbindungstechnik grunderneuert und speziell angefertigt werden müssen.

· Die preisgekrönte Künstlerin Aino Nebel (*1972, lebt in Rheinsberg) interessiert sich in ihren Werken für die Materialität der Dinge und für das Transformatorische. Dabei setzt sie leichte und feine ästhetische Medien ein. Der sich ‘öffnende Bildraum‘ wird durch das Arrangement der Werke im Ausstellungsraum verdoppelt. Es ist die Zeigeform selbst, die eine bedeutende Rolle in der künstlerischen Praxis von Aino Nebel spielt.

· Die Potsdamer Fotografin Claudia Neubert (*1978, lebt in Potsdam) hat in den vergangenen Jahren thematische Projekte als fotografische Langzeitbeobachtungen realisiert, in denen sie deren soziale Dimensionen und Dynamiken mit ihrer Kamera einfängt. In analoger und digitaler Fotografie entwickelt die Potsdamerin Serien fotografischer Erzählungen, die häufig soziale Phänomene oder die Vergänglichkeit von Orten thematisieren. Das 2021 begonnene Langzeitprojekt ‘Am Rande das Weizenfeld‘ untersucht den Dorfkosmos ihrer Kindheit in der DDR in verschiedenen Erzählsträngen und Bildsprachen. Die eigene Konfrontation mit dem Verlust eines sicher geglaubten sozialen Raumes ist Teil ihrer fotografischen Spurensuche. Claudia Neubert plant, begonnene Langzeitserien fortzusetzen und neue fotografische Projekte vorzubereiten.

· Die Neuruppiner Künstlerin Annett Glöckner (*1964, lebt in Neuruppin) befasst sich in ihren Werken mit verschiedenen Aspekten der Bildenden Künste und der Poesie. Sie ist Performerin, Darstellerin, Medium und Lehrkraft. Immer wieder hat sie mit und für Schüler*innen im Neuruppiner Raum Schulprojekte entwickelt und realisiert. Annett Glöckner integriert die sie umgebende Natur in ihre Projekte und wendet sich an die sie umgebenden Menschen. In ihrer künstlerischen Praxis spielt dabei das Verständnis des öffentlichen Raums eine wesentliche Rolle. Der öffentliche Raum wird durch die künstlerischen, performativen und partizipativen Handlungen, die Annett Glöckner zusammen mit anderen vollzieht, hergestellt.

· Katrin Kamrau (*1981, lebt in Lübben) beschäftigt sich mit den Prozessen der Bilderzeugung und -wahrnehmung in politischen, sozialen, regionalen und historischen Kontexten. Intensive Recherchen spielen eine wichtige Rolle für ihre vielschichtigen Installationen aus Bildern, Objekten und Displays, die sich ausgehend von Theorien zum fotografischen oder gedruckten Bild mit Machtstrukturen, Rollenmodellen, Beziehungsgeflechten, Feminismus oder der Frage nach der Autorenschaft auseinandersetzen. Visuelle Konstellationen sind der Künstlerin dabei genauso wichtig wie der Raum, in dem ihre Objekte und Bilder in immer neue Beziehung zueinander und zum Publikum treten.

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